Zauberhaftes Ungarn - Reise durch das Land, seine Kultur und Geschichte
Lage von Tákos in Ungarn
 
Tákos

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Bauten und Denkmäler der Kunstgeschichte in Ungarn:
Die Reformation

Tákos

- Lage und kurze Beschreibung
- Verkehrsanbindung
- Reformierte Kirche
- Umgebung: Sehenswertes

Lage und kurze Beschreibung

Die Gemeinde Tákos (ca. 350 Einwohner) liegt rund 75 km von Nyíregyháza im nordöstlichen Zipfel der Region Östliche Große Tiefebene unweit der ukrainischen Grenze. Das hübsche Dorf ist bekannt für seine Kirche und seine Stickereien (Kreuznadelstiche - 'Beregi keresztszemes').
Koordinaten: N 48° 9' 14.54'', E 22° 25' 39.97''. GPS: N 48.154039°, E 22.427769°

Verkehrsanbindung

Tákos liegt an der Landeshauptstraße 41 zwischen Nyíregyháza und der ukrainischen Grenze. An das Schienennetz ist es nicht angebunden. Linienbusse verbinden Tákos mit den größeren Städten und mit den weiteren sehenswerten Dörfern im Nordosten Ungarns. Für Einzelheiten siehe weiter unten.

Reformierte Kirche
Der einschiffige Fachwerkbau (Wand aus Balken, Korbgeflecht mit Lehmbewurf und Verputz) wurde 1766 am Dorfanger errichtet.

Tákos, Reformierte Kirche
Tákos, Reformierte Kirche

Das Innere der Kirche schmücken Tafeln und Felder mit volkstümlichen Malereien: 12 Wandtafeln am Altar und 58 bemalte Felder an der Decke. Auf jedem Feld sind verschiedene Blumenmotive zu sehen.

Innenraum
Tákos, Reformierte Kirche: Innenraum

Innenraum
Tákos, Reformierte Kirche: Innenraum   Tákos, Reformierte Kirche: Innenraum

  • Der freistehende hölzerne Glockenturm wurde 1757 errichtet.

    Glockenturm
    Tákos, Reformierte Kirche: Glockenturm


    Die Pforte ist verschlossen. Nur ein Zettel mit einem Namen und einer Telefonnummer ist dort angebracht. Enttäuscht trotten wir auf die Dorfstraße zurück. In diesem Augenblick erscheint ein Bursche auf seinem etwas winkelig anmutendem Fahrrad. Meine Frau stellt sich ihm in den Weg.
    "Können Sie mir bitte sagen, wo ich die Frau finde, die uns die Kirche zeigen kann?"
    "Ja, die Mária néni. Die wohnt gleich da oben links, die Straße entlang." Der Bursche bleibt kurz stehen, grüßt, weist die Richtung mit dem Arm und fährt gleich wieder weiter. Nach wenigen Sekunden ist er schon wieder da.
    "Mögen Sie Pflaumenmarmelade?" möchte er wissen. Seine Augen leuchten.
    "Meine Schwiegermutter hat heute frische Pflaumenmarmelade gekocht und würde ihnen sicherlich gern davon etwas verkaufen!" Sein Geschäftssinn ist beeindruckend.
    "Wissen Sie was?" sagt mein Frau. "Ich gehe zu ihrer Schwiegermutter und Sie sagen der Mária-néni Bescheid".
    Beide entfernen sich. Ich bleibe allein vor dem Kirchlein zurück. Kaum eine Minute ist vergangen, da kommen wie auf Kommando aus den umliegenden Häusern Frauen geschlichen. Am Arm baumeln Körbe mit, wie ich vermute, Handarbeit. Sie haben das deutsche Kennzeichen an unserem Auto erkannt und hoffen auf ein kleines Zubrot. Vorsichtig, wie der Jäger auf der Pirsch, nähern sie sich. Da ich momentan mittellos bin - meine Frau ist mit unserem Geldbeutel bei der Pflaumenköchin unterwegs - tue ich so, als hätte ich ein technisches Problem mit meiner Kamera. Das zeigt Wirkung. Die Frauen brechen ihre Pirsch ab, tuscheln miteinander, besprechen die neue Lage.
    Inzwischen ist meine Frau, um ein paar Gläser Pflaumenmarmelade reicher, wieder bei mir. Die Stickerinnen gesellen sich jetzt zu uns und wir kaufen auch ihnen einige ihrer schönen Arbeiten ab.
    Oben an der Dorfstraße in der untergehenden Sonne, knappe zweihundert Meter von unserem Standpunkt entfernt, erscheint eine schwarze Frauengestalt. In ihrer linken Hand baumelt, sogar aus dieser Entfernung deutlich erkennbar, im Takt ihrer Schritte ein übergroßer Schlüssel.
    "Das ist Mária-néni," sagen die Frauen.
    Mária-néni bewegt sich mühsam auf uns zu. Jeder Schritt bereitet ihr offensichtlich Schmerzen. Wir schätzen, es wird eine Viertelstunde brauchen, ehe sie bei uns angekommen ist. Nicht nur aus Menschenliebe steigt meine Frau deshalb ins Auto und fährt ihr entgegen. Bald ist sie zurück, allerdings ohne Mária-néni. Die hat dankend abgelehnt einzusteigen, weil sie es schlicht und ergreifend nicht kann. Sie hat Knie-Arthrose. So müssen mir uns in Geduld üben und warten.
    Als wir sie dann kennen lernen, erweist sie sich als eine bescheidene Frau Mitte der siebzig, die uns mit Begeisterung aus dem reichen Schatz ihres Wissens über das Kirchlein zu Tákos erzählt.

    Ilona und Klaus-Dieter Hiesche
    Tákos im August 2012

    Sehenswertes in und um Tákos

  • Das Landschaftshaus (Tajház) in Tákos mit einer sehr sehenswerten Ausstellung über die Stiche und weitere Volksskunst des Ortes und der Region.
  • Die beiden Kirchen, die Burg und das Burgbad in Kisvárda (ca. 35 km), LB (1x U).
  • Die Landschaft Szatmár. Die Grenzgegend zur Ukraine ist wegen ihrer Naturschönheit und ihren Dörfern mit alten Dorfkirchen, Wassermühlen sowie schilf- und strohbedeckten Bauernhäusern einen Besuch wert. Zu den wichtigsten Dörfern dieser Gegend zählen der Nachbarort Csaroda mit seiner schönen romanischen Dorfkirche (3 km; LB), dann die nicht allzu weit davon enfernten Ortschaften Szatmárcseke mit dem urtümlichen Friedhof voller bootförmiger Grabhölzer (ca. 35 km; LB (1-2x U)), Túristvándi mit einer der schönsten Wassermühlen Ungarns (ca. 40 km; LB (1-2x U)), Tiszacsécse mit dem Geburtshaus des Dichters Zsigmond Móricz (ca. 55 km; LB (1-2x U)) und schließlich das etwas entferntere Csenger mit seiner gotischen Kirche (ca. 60 km, LB (1-2x U)).
    LB=Verbindung mit Linienbus.

    Unterkunft


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    Aktualisert am 15.10.2016