Zauberhaftes Ungarn - Reise durch das Land, seine Kultur und Geschichte
Lage von Tokaj in Ungarn
 
 

Weinregion Tokaj-Hegyalja


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Die Weinregion Tokaj-Hegyalja

- Lage
- Boden
- Klima
- Kurze Geschichte des Tokajer Weins
- Rebsorten
- Weine
- Der Aszú
- Weingüter
- Sehenswürdigkeiten&Freizeit
- Unterkunft


Lage
Die im Nordosten des Landes gelegene Weinregion Tokaj ist zweilfelsohne die berühmteste Ungarns. Sie umfasst ein Anbaugebiet: Tokaj-Hegyalja. Es gehört seit 2002 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Etwa 5500 ha sind mit Reben bepflanzt. Die besten Lagen befinden sich in Bodrogkeresztúr, Mád, Mezözombor, Tállya, Tarcal, Tokaj und Tolcsva.

Boden
Die Böden bestehen aus verwitterten, vielerorts mit einer Löss- oder Sandschicht bedeckten mineralischen, vulkanischen Gestein.

Klima
Von Norden und Osten ist das Anbaugebiet durch die Karpaten geschützt und auch im Westen schützen Bergketten vor rauhem Klima. Die Winter sind kalt; auf einen kühlen und trockenen Frühling folgt ein heißer Sommer. Typisch für die Region und einmalig in Ungarn ist der Herbst: er ist anfangs nass und nebelig, später dann trocken und sonnig. Das warme Herbswetter lässt die Trauben goldgelb und süß heranreifen, der Regen und der durch die Flüsse Theiss und Bodrog begünstigte Herbstnebel fördern das Wachstum eines Edelschimmelpilzes (Botrytis cinerea). Die Sporen des Pilzes durchbrechen die Schale der Beeren; es kommt zur Verdunstung und die Beeren schrumpfen zu Rosinen. Der Zuckergehalt der Trockenbeeren erhöht sich bis auf 40-60 %.
Nur wenn der Herbst diesen typischen Verlauf nimmt, kann sich die für den Tokajer Ausbruchwein Aszú unentbehrliche Edelfäule optimal entwickeln und sind daher die Voraussetzungen für einen optimalen Jahrgang eines Azsú-Weins erfüllt. Von noch größerer Bedeutung sind allerdings die durch den Schimmelpilz erzeugten feinen Aromen, die die Tokajer Trockenbeeren von Rosinen und anderen künstlich getrockneten Weinbeeren unterscheiden.

Kurze Geschichte des Tokajer Weins
Der Tokajer Ausbruchwein "Aszú" gilt - nach den künstlich gesüßten Weinen der Antike - als der erste bedeutende Süßwein. Die ersten schriftlichen Quellen des Weinbaus in der Region reichen ins 13. Jhd. zurück. Der Begriff "Aszú" für einen von Edelfäulnis befallenen Trauben gekelterten Süßwein ist erstmals 1571 urkundlich erwähnt. Die erste, im Prinzip noch heute gültige Beschreibung der Aszú-Wein-Herstellung verfasste der Abt Máté Szepsi Laczkó im Jahr 1630.
Es folgte das 18. Jahrhundert, das Jahrhundert nicht nur des "Königs der Weine" sondern nicht weniger des "Weins der Könige", ja der Herrscher, der damaligen Prominenz weltweit schlichtweg. 1730 wurde in der Region die weltweit erste noch heute gültige Klassifizierung von Weinbergslagen in drei Qualitätsstufen durchgeführt. Die Tokajer Weinberge wurden zu den wertvollsten Besitzungen Ungarns; die Tokajer Weine wurden "Flüssiges Gold" genannt.
Die Glanzperiode erreichte ihren Höhepunkt. Sie wurde jäh durch die Reblaus-Katastrophe 1890 beendet. Während der sozialistische Epoche wurde die Weinherstellung verstaatlicht und der Schwerpunkt auf Quantität zu Kosten von Qualität gelegt. Die Tokajer Weine, allen voran der Aszú, gerieten teilweise in Verruf. Seit der politischen Wende 1990 stehen die Zeichen auf Wiedergeburt. Ausländische aber auch einheimische Weinbauer engagieren sich verstärkt in der Region und kaufen Weingüter in der Region. Vielen von Ihnen ist es in erstaunlich kurzer Zeit gelungen, aus einer Kombination von alter Tradition und neuer Technologie den ehemaligen Glanz des Tokajer Aszú wieder zu beleben.
Aber ein Wandel im Vergleich zu alten Zeiten zeichnet sich ab. Der Tokajer Aszú, das traditionelle Aushängeschild der Region, verliert an Dominanz. Zunehmend werden als Alternative zum Einem früher trinkfertige edelsüße hochklassige Spät- und Ausleseweine angeboten; zum Anderem werden, dem Trend folgend, zunehmend trocken ausgebaute Weine in Spitzenqualität produziert.

Rebsorten
Ausschließlich weiße, spätreife Rebsorten dürfen angebaut und zur Herstellung von Tokajer Ausbruchweinen verwendet werden.
Der Anteil der in der Region angebauten Rebsorten entspricht in etwa deren Anteil in den Aszú-Maischen:
- Furmint (etwa 60% bis 70%). Eigenschaften: hoher, nicht auf Kosten der Säuren gehender Zuckergehalt; sehr anfällig für Edelfäule.
- Lindenblättriger (Hárslevelü; etwa 20% bis 30%). Eigenschaften: relativ widerstandsfähig gegen Edelfäule, aromatischer als Furmint. - Muscat lunel (Gelber Muskateller), Zénit, Kabar, Kövérszölö (zusammen etwa 10% der Rebfläche). Gelber Muskateller ist vermutlich die aromatischste aller Tokajer Rebsorten. Zéta wird verhältnismäßig selten für Tokajer Ausbruch verwendet; ist anfällig für Edelfäule und hat hohen Zuckergehalt. Köverszölö gedeiht am besten auf windigen und steilen Lagen. Kabar ist anfällig für Edelfäule und hat hohen Zuckergehalt.
Nur wenn die Beeren 20% Zuckergehalt erreichen kann die Edelfäule und Schrumpfung durch den Schimmelpilz Botrytis cinerea erfolgen. Der hohe Zuckergehalt muss durch ausgeprägte, feine Säuren ausgeglichen sein. Diesen Anforderungen genügen am besten die Rebsorten Furmint und Hárslevelü (Lindenblättriger). Zur Erhöhung der Duft- und Aromastoffe wird noch Muscat Lunell (Gelber Muskateller) angebaut.

Die Weine
Neben dem traditionellen edelsüßen Dessertwein Tokaj Aszú und den trockenen bis lieblichen Tokaj Szamarodni wurde in jüngster Zeit auch mit im Fass gereiften trockenen Weinen von bestechender Qualität eine Renaissance der Tokajer Weine eingeleitet.
  • Tokaji Aszú: für diesen Wein werden nur edelfaule Trockenbeeren verwendet. Die Zubereitung hat zwei Komponenten: die Trockenbeere und der sog. Grundwein. Die Trockenbeeren werden so lange in den Bottichen (ungarisch puttony) von ca. 25 kg gelagert bis der Grundwein gärt. Erst dann werden sie dem Grundwein hinzugefügt. Für die Qualität des Aszú ist das Mischverhältnis Trockenbeere /Grundwein entscheidend. Je nach der Anzahl der Bottiche die auf ein Fass Grundwein (136 Liter) gegeben werden, wird zwischen 3- bis 6-buttigem (ungarisch puttonyos; siehe Weinetikett!) Aszú unterschieden. Nach einer mehrere Monate dauernden Gärung reift der Aszú in der Regel drei bis acht Jahre im Holzfass. Traditionell wird der Aszú oxidativ ausgebaut (kleines Holzfass, Luftkontakt, mäßige Schwefelung). entstehen auch reduktive Verhältnisse (Die Hefen bilden im Fass an der Oberfläche des Weines eine zusammenhängenden Film. Dadurch sinkt der Alkoholgehalt und die bildung von sekundären Aromen wird gefördert). Die zurückhaltende, stabile Säure zeichnet diesen Dessertwein aus, der zu den am längsten reifenden Weinen gehört.
    Restzuckergehalt: ein dreibuttiger Aszú muss mindestens 60 Gramm pro Liter, ein vierbuttiger 90 Gramm pro Liter, ein fünfbuttiger 120 Gramm pro Liter und der sechsbuttige 150 Gramm pro Liter Restzuckergehalt aufweisen.
  • Tokaji aszú eszencia (Tokajer Ausbruch Essenz)
    Die Aszú eszencia ist nach der Tokaji eszencia die zweithöchste Qualität unter den Tokajer Weinen. Die Herstellung unterscheidet sich nicht von der Aszúbereitung. Sie wird nur von herausragenden Jahrgängen hergestellt. Der Qualitätswert wird nicht mehr mit der Anzahl der Bottiche angegeben. Gehaltlich entspricht sie etwa einem 7-buttigen Aszú: pro Liter besitzt die Aszú eszencia mindestens 180 Gramm Restzucker und 50 Gramm zuckerfreie Extrakte. Der Gärprozess dauert oft jahrelang und wird mit Hilfe einer Spezialhefe in Gang gehalten. Die Aszú eszencia muss vor dem Verkauf fünf Jahre, davon drei im Holzfass, reifen.
  • Tokaji eszencia
    Legendäres Getränk. Am wertvollsten und seltensten unter den Tokajer Weinen. Handverlesene, edelfaule Trauben werden in einem Bottich gesammelt und einige Tage stehen gelassen bis sich am Boden aus dem Eigengewicht der Trauben hochkonzentrierter Saft von allerfeinster Qualität angesammelt hat. Dieser Saft gärt ungeheuer langsam und erreicht erst nach Jahren einen Alkoholgehalt von 5-8 %. Der Restzuckergehalt einer Tokaji eszencia liegt in der Regel zwischen 400 und 500 Gramm pro Liter, aber auch weltrekordverdächtige Werte jenseits 900 Gramm wurden schon gemessen. Ein Bottich mit etwa 25 Kilogramm Aszúbeeren ergibt nur etwa 0,5 - 1,5 Liter Essenz. Sie wird auch zur Veredelung hochwertiger Aszú-Weine verwendet.
  • Tokaji szamarodni: für diesen Wein werden sowohl edelfaule wie nicht von Edelfäulnis befallene Trauben verwendet, wobei abhängig vom Zuckergehalt ein trockener oder ein süßer szamarodni ensteht.
    Der trockene Tokaji szamarodni (Tokaji szamarodni szárasz) ist der klassische trockene Wein Ungarns. Aufgrund der Jahre dauernden Reifeprozesses ist die Farbe gelblich braun und es entstehen sekundäre an frisches Brot und Brotrinde erinnernde Duftstoffe. Dadurch kommt auch die Harmonie von Körper und Säure zur vollen Entfaltung. Der trockene Szamarodni ist ein ausgezeichneter Aperitiv.
    Für den süßen Tokaji szamarodni (Tokaji szamarodni édes) sind 30 g pro Liter Restzuckergehalt vorgeschrieben. Er wird von den Säuren etwas überdeckt und entschärft.
  • Tokaji Furmint und Tokaji Hárslevelü. Die trocken bis süß ausgebauten Weine werden aus den Trauben hergestellt, die nach der Trockenbeerenauslese zurückbleiben. Kennern zufolge zählt der Tokaji Furmint zu den besten Weißweinen Ungarns.


    Aszú ist nicht gleich Aszú
    Der Geschmack und die Qualität eines Tokajer Aszú-Weins kann in Abhängigkeit folgender Variablen schwanken:
    - Die Edelfäule. Die Edelfäule bewirkt nicht nur einen erhöhten Zuckergehalt der Beeren sondern sie erzeugt auch ein eigenes, für den späteren Aszúwein charakteristisches Aromenspektrum, dass die Primäraromen der Trauben zum größten Teil kaschiert. Ja nach Befall der Beeren von der Edelfäule können die Aszú-Weine in Bezug auf diese charakteristischen Aromen schwanken.
    - Der Verschnitt. Es ist zwar vorgeschrieben, welche Rebosorten zur Herstellung eines Tokajer Aszú verwendet werden dürfen, nicht vorgeschrieben ist aber das mengenmäßige Verhältnis. Die Rebsorten haben unterschiedliche Primäraromen, die zwar durch die Edelfäule weitgehend kaschiert, nicht aber vollständig untergehen. Die von den Winzern angebotenen Aszú-Weine schwanken hinsichtlich der zur Herstellung verwendeten Rebsorten und deren Mengenverhältnis. Hieraus ergeben sich wiederum Unterschiede bei den fertigen Weinen hinsichtlich des Spektrums der Primäraromen.
    - Der Grundwein. Als Grundwein werden Weine des gleichen Jahrgangs oder älterer Jahrgänge wie der Jahrgang der zum Mischen verwendeten edelfaulen Beeren genutzt. Auch hieraus ergeben sich zum Teil gravierende Geschmacks- und Qualitätsunterschiede bei den so erzeugten Tokajer Aszú-Weinen.
    - Der Ausbau. Traditionell werden die Tokajer Aszú-Weine oxydativ ausgebaut. In letzter Zeit macht sich jedoch ein Trend zu einem reduktiveren Ausbau bemerkbar. Wie anderswo erwähnt, so werden mit einem oxydativen Ausbau sekundäre (d.h. in den Beeren bei der Lese nicht vorhandene Aromen) gefördert, während der reduktive Ausbau das Gegenteil bewirkt, d.h. den Erhalt der primären, bereits bei der Lese in den Beeren enthaltenen Aromen zum Ziel hat. Es ist folglich zu erwarten, dass der Ausbau großen Einfluss auf den Geschmack eines Tokajer Aszús haben kann.
    - Die Lagerung. Traditionell wurde die sich an die zweite Gärung anschließende Lagerung im Holzfass durchgeführt und zwar nach der Faustformel: Anzahl der Butten pro Gönzer Fass = Anzahl der Jahre an Lagerung. Heutzutage gilt weder diese Formel noch wird unbedingt im Holzfass gelagert bzw. verbringt der Wein eine Zeit im Edelstahlfass.
    - Als weitere Variablen seien genannt: die Lage des Weinbergs und die Bedingungen bei der Flaschenreifung (= Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Weinkeller).
    Aszú - Aktuelles
    Wie oben erwähnt, wird der Tokajer Aszú traditionell oxydativ ausgebaut. In letzter Zeit ist ein Trend zu beobachten, wonach - wohl auf die Experimentierfreudigkeit der Tokajer Winzer zurückzuführen - neben der oxydativen Ausbauweise zunehmend auch reduktiv ausgebaut wird. Je nach Grad des reduktiven Ausbaus sind manche dieser als Tokaj Aszú bezeichneten Weine nicht oder kaum von einem Sauternes zu unterscheiden. Sollte sich dieser Trend weiter verstärken - befürchten Kenner der Tokajer Weinszene - könnte dies das Ende für den Tokajer Aszú bedeuten.

    Weingut bei Tokaj
    Weingut bei Tokaj


    Weingüter
    Auf allen Weingütern werden im Prinzip die gleichen Rebsorten (siehe oben) angebaut. Die Unterschiede des Sortiments der Weingüter hinsichtlich Angebot und Qualität ist daher in erster Hand durch die Lage ihrer Weinberge, die Ausbauweise und - bei Verschnittweinen bzw. Cuvées - den prozentualen Anteil der Rebsorten begründet.
    Abkürzungen:
    G=Gastronomie, H=Hotel, MTR=Mitglied von "Tokaj Renaissance", P=Pension, WK=Weinkeller, WP=Weinprobe
  • Alana Tokaj, Rákóczi u. 15-17, Mád. Weingut, seit 2005 im Besitz von Attila Németh, ca. 22 ha Rebfläche. Angebaut werden die Sorten Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel und Zéta. Produziert hochwertige und international prämierte Tokajer Weine (u.a. trocken ausgebaute Furmint und Lindenblättriger sowie Ausbruchweine Aszú) vor allem für den US-amerikanischen Markt.
    MTR
  • Andrássy Pincészet, Fõ u. 94, Tarcal. Wein&Wellness-Hotel*****. Bietet seinen Gästen eine Auswahl an rund 65 Tokajer Weinen von 25 Herstellern und dazu eine ausgesuchte Auswahl an ungarischen Gourmet-Gerichten. Zur Verwöhnung seiner Gäste verfügt das Hotel auch über gehobene Spa&Wellnessangebote.
    G, H****, WP, WK.
  • Árvay Családi Pincészet, Kossuth u. 101, Rátka. Familiengeführtes Weingut (seit 1980). Winzer des Jahres 2003. Auf 17 ha Rebfläche werden die Rebsorten Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel angebaut und überwiegend zu sortenreinen Qualitätsweinen ausgebaut (Ausnahme: u.a. ein Tokaji Aszú 6 puttonyos von 1997).
    WP: Rátka, Széchenyi tér 13.
  • Aszúvin Pincészet, Sándor Rozsgonyi, Hegyalja út 12, Sátoraljaújhely. Seit 1992 geführtes Weingut im Familienbesitz. Die Anbaufläche umfasst 6 ha in bester Lage. Erzeugt werden ausschließlich Aszú-Weine.
    WP.
  • Babits Pincészet, Arany János u. 31, Tolcsva. Seit mehreren Generationen geführtes Familienunternehmen - vermutlich eine der ältesten Winzerfamilien in Tokaj bzw. in Ungarn. Das rekonstruierte, schneeweiße, stimmungsvolle Kelterhaus inmitten des Weinbergs in Szegi (an der Landesstraße 37) stammt aus dem 18. Jhd. Das 20 ha große Weingut umfasst vier erstklassige Standorte. Hergestellt werden edelsüße Qualitäts- und Premiumweine in sortenreinem Ausbau oder als Cuvées bzw. Verschnitt. Mehrere Weine wurden prämiert.
    (WP in Szegi).
  • Béres Szölöbirtok és Pincészet Kft., Lõcse dülö, Erdöbénye. 2002 gegründetes Familien-Weingut. Auf 45 ha Rebfläche werden die Sorten Furmint, Lindenblättriger und Muscat lunel angebaut und zu sortenreinen Qualitätsweinen, Cuvées sowie Ausbruchweinen verarbeitet. Mehrere Weine wurden prämiert.
    MTR, WP, WK.
  • Bott Pince, Kossuth út 89, Bodrogkisfalud. 2006 gegründete Familienweingut. Auf gegenwärtig 4 Weingärten mit insgesamt 4 ha Anbaufläche werden die Sorten Furmint und Lindenblättriger kultiviert und zu hochwertigen sortenreinen Weinen bzw. Ausbruchweinen verarbeitet.
  • Chateau Dereszla, Felsö u. 2, Bodrogkeresztúr. Weingut seit 2000 geführt von der Familie Aulan aus der Champagne in Frankreich. Auf 15 Weingärten mit insgesamt 60 ha Fläche werden die Rebsorten Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel, Sauvignon Blanc und Zéta angebaut und zu hochwertigen sortenreinen Weinen Cuvées oder Ausbruchweinen verarbeitet. Mehrere Weine wurden prämiert.
    WP, WK.
  • Degenfeld Bt., Terézia kert 9, Tarcal. Seit 1996 geführtes Weingut im Besitz der Adelsfamilie Degenfeld. Auf 35 ha Anbaufläche werden vor allem die Rebosorten Furmint und Lindenblättriger (zusammen 80%), aber auch Muscat Lunel sowie die selteneren Sorten Zéta und Köverszölö kultiviert. Daraus werden hochwertige sortenreine Weine, Cuvées und Ausbruchweine erzeugt, wobei das hauptsächliche Augenmerk zunehmend auf den ökologischen An- und Ausbau liegt. Mehrere Weine wurden prämiert.
    G, H****, MTR, WP, WK.
  • Demeter Zoltán pincéje, Vasvári Pál u. 3, Tokaj. Einer der besten Winzer der Region, betraut mit dem Aufbau der Weingüter Hétszölö, Degenfeld und Királyudvar. Seit 1996 eigenes kleines Weingut mit 4,5 ha Anbaufläche. Erzeugt werden neben sortenreinen Qualitätsweinen (die Hälfte trocken ausgebaut) auch edelsüße Dessertweine (Furmint, Cuvées und 6-buttige Aszú bzw. Aszú-Essenzweine).
    WK, WP.
  • Disznókö Pincészet, Disznókö dülö, Mezözombor. Das Weingut befindet sich seit 1992 im Besitz der französischen Versicherungsgesellschaft AXA Millésimes SA. Das 100 ha große Anbaugebiet liegt wunderschön an den südlichen Hängen des Zemplén-Gebirges. Auf dem Besitz liegt das 1837 im klassizistischen Stil errichtete Gelbe Weinhaus (heute Restaurant und Weinkeller), eines der architektonisch interessantesten Bauten der Weinregion. In seiner Nachbarschaft liegt die neue Kellerei des Architekten und Ybl-Preis-Gewinners Dezsö Ekler. Zum Weingut gehören aber auch die ehemaligen Keller der Adelsfamilien Andrássy und Csáky in Mád.
    Weingut des Jahres 2005 in Ungarn. Mehrere Weine wurden prämiert.
    G, MTR, WP.
  • Dobogó Pincészet Kft., Dózsa György út 1, Tokaj. Kleines, privates Weingut. Auf 6,5 ha Rebfläche werden Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel und Pinot Noir angebaut. Hergestellt werden ausschließlich hochwertige sortenreine Weine oder Cuvées bzw. 6-buttige Tokajer Ausbruchweine (Tokaji Aszú 6 puttonyos). Mehrere Weine wurden international prämiert.
    MTR, WP, WK.
  • Erzsébet Pince, Bem út 16, Tokaj. Kleines, 1989 gegründetes familiengeführtes Weingut. Der Weinkeller stammt aus dem 18. Jhd. Auf gegenwärtig fünf Weingärten mit insgesamt 15 ha Rebfläche werden die Sorten Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel und Köverszölö angebaut und zu Qualitätsweinen (sortenrein oder Cuvée) bzw. Ausbruchweinen verarbeitet. Einige Weine wurden prämiert.
    P, WP, WK.
  • Evinor Bt, Bercsényi út 27, Sárospatak. Seit 1994 als Familienunternehmen geführtes Weingut mit Ahnen seit 1750 aus Lautlingen bei Ulm. Der Weinkeller liegt in unmittelbarer Nähe zur Burg Rákóczi. Die Anbaufläche umfasst 20 ha in erstklassigen Lagen. Erzeugt werden sortenreine Qualitätsweine und Ausbruchweine (3- bis 6-buttige Aszú).
    P, WP, WK.
  • Homonna Attila, Hunyadi u. 61, 3932 Erdöbénye. Kleines privates Weingut. Auf 3,4 ha Rebfläche werden vor allem die Sorten Furmint, Lindenblättriger und Köverszölö angebaut und zu Qualitätsweinen (sortenrein und Verschnitt) bzw. Ausbruchweinen verarbeitet.
  • Hudácskó Pincészet, Klapka u. 35, Bodrogkisfalud. Seit 1975 im Familienbesitz befindliches kleineres Weingut. Auf 14 ha Rebfläche werden die Sorten Furmint, Lindenblättriger und Muscat lunel zur Erzeugung hochwertiger Qualitätsweine (sortenrein und Cuvée) und Ausbruchweine angebaut. WP, WK.
  • Karádi - Berger Borászat, Hunyadi u. 21, Erdöbénye. 1989 gegründetes, kleineres, privates Weingut mit drei Weingärten von zusammen 3,6 ha Rebfläche. Hergestellt werden edelsüße Dessertweine, u.a. 6-buttige Aszú und Aszú-Essenzweine.
    WP, WK.
  • Kikelet pince, Könyves Kálmán u. 62, Tarcal. Seit 2022 geführtes privates kleines Weingut mit 4,5 ha Rebflächen. Angebaut werden die Sorten Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel und Zéta. Erzeugt werden trockene und halbtrockene Weine der Sorten Furmint und Lindenblättriger, Spätlesen sowie süß ausgebaute Szamorodni- und Ausbruch-Weine.
  • Monyók Pincészet, Táncsics u. 18, Mád. Seit 1989 geführtes privates Weingut mit 500 Meter langem unterirdischem Keller. Die Rebfläche von 30 ha umfasst die besten Lagen der Region. Erzeugt werden sortenrein ausgebaute Weißweine und - etwa die Hälfte der erzeugten Weine - Ausbruchweine (Aszú).
  • Patricius Borház Kft., Kossuth tér 1, Tokaj. Familiengeführtes Weingut. Auf 40 ha Rebfläche werden Furmint, Lindenblättriger und Muscat lunel angebaut und zu hochwertigen sortenreinen Weinen sowie Ausbruchweinen verarbeitet. Mehrere Weine wurden prämiert.
    MTR, WP, WK.
  • Puklus Pince, Tarcali utca 13, Bodrogkeresztúr. Seit 1974 privat geführtes Weingut. Auf 15 ha Rebfläche werden vor allem die Sorten Furmint, Lindenblättriger, Muscat lunel neben kleineren Arealen mit Zéta, Köverszölö, Carbernet Sauvignon und Cabernet Franc angebaut und reduktiv aber auch oxydativ zu hochwertigen sortenreinen Weinen sowie Szamorodni- und Ausbruchweinen ausgebaut. Mehrere Weine wurden prämiert.
    G, WP, WK.
  • Royal Tokaji Borászati Zrt., Rákóczi u. 35, Mád. 1990 gegründetes ausländisches Unternehmen (einer der Mitgründer ist der weltbekannte Weinauthor Hugh Johnsson), führend was die Renaissance der Tokajer Weine betrifft und spezialisiert auf die Erzeugung von mit internationalen Preisen ausgezeichneten, bis zu 20 Jahre alten Spitzenweinen aus der Region Tokaj - von trockenen Furmint-Weinen bis zu 6-buttigen Ausbruch- bzw. Ausbruch-Essenz-Weinen.
    WP.
  • Szepsy István, Tanics utca 57, Mád. Seit 1997 als Familienunternehmen geführtes Weingut. Szepsy István ist einer der bedeutendsten Winzer Ungarns (Winzer des Jahres 2009). Seine Weine zählen heute zu den besten der Region Tokaj. Die kultivierte Rebfläche umfasst 46 ha am erstklassigen Lagen. Zur Qualitässteigerung wird beim Anbau auf radikale Ertragsbeschränkung gesetzt.
  • Takács Miklós, Vöröshadsereg u. 17, Mád. Kleines, privates Weingut. Die 4 ha Rebflächen umfassen alle hervorragende Lagen. Die Weine reifen in Eichenfässern in über 300 Jahre alten Kellern zu sortenreinen Qualitätsweinen oder Cuvées bzw. Ausbruchweinen.
  • Tokaj Classic Winery Ltd., Rákóczi u. 45, Mád. Seit 1993 als GmbH geführtes Weingut. Gesellschafter sind drei Musiker des Hessischen Staatstheaters. Das 400jährige Anwesen umfasst 8 ha Anbaufläche in ausgezeichneten Lagen. Das Unternehmen zählt mit seinen international prämierten Ausbruch-Weinen (Tokaji Aszú-Weine) und Dessert-Cuvées zu den erfolgreichsten Weingütern Ungarns.
    MTR, WP.
  • Tokaj Hétszölö, Bajcsy Zsilinszky u. 19-21, Tokaj. Traditionsreiches Weingut mit Ahnen bis 1502. Seit 2001 im Besitz des französischen Weingutbesitzers Michel Reybier. Auf 55 ha Rebfläche werden vor allem die Sorte Furmint und in geringerem Ausmaß die Sorten Lindenblättriger, Köverszölö und Muscal lunel angebaut und zu hochwertigen sortenreinen Weinen, Cuvées und Ausbruchweinen verarbeitet.
    WP, WK.
  • Tokaj Kereskedöház Zrt., Petöfi út 36-40, Tolcsva
  • Tokaj Nobilis, Kossuth út 103, Bodrogkeresztúr. Seit 1999 geführtes kleines Familien-Weingut. Auf 6 ha Rebfläche werden vor allem angebaut die Sorte Furmint, aber auch kleinere Mengen der Sorten Köverszölö, Muscat lunel und Lindenblättriger. Erzeugt werden Qualitätsweine (sortenrein und Verschnitt) sowie Ausbruch-Weine.
    MTR, WP.
  • Tokaj Pendits, Béke út 110, Abaújszántó. Seit 1991 geführtes privates, kleineres Weingut. Schwerpunkt ist der biologische Anbau: Tokaji Pendits ist das einzige zertifizierte Bioweingut in der gesamten Region Tokaj und das einzige durch Demeter zertifizierte biodynamische Weingut in ganz Ungarn. Auf drei Weingärten mit zusammen 11 ha Rebfläche werden vor allem die üblichen Tokajer Rebsorten (Furmint, Lindenblättriger und Muscat lunel) angebaut. Erzeugt werden Qualitätsweine (sortenrein, Cuvées, Spätlesen und Ausbruchweine einschließlich der legendären Tokaji Aszú Essenz).
  • Tokajbor-Bene Pincészet, Felsö út 50, Bodrogkeresztúr. 1998 gegründetes, als Familienunternehmen geführtes Weingut. Die 7 ha Rebfläche verteilen sich auf erstklassige Lagen. Die Weine reifen in einem über mehrere Lagen sich erstreckenden unterirdischen Keller aus dem 18. Jhd. Erzeugt werden hochwertige sortenreine Spät- und Auslesen, Cuvées bzw. Verschnittweine (3-bis 6-buttige prämierte Aszú, Aszú-Essenz).
    WK (120m), WP.
  • Tokajicum borház, Külterület 1, Tarcal. Handel- und Dienstleistungsgesellschaft. Erzeugt hochwertige sortenreine Weine, Spätlesen, Szamorodni und Ausbruchweine (einschließlich Aszú-Essenz).
    WP, WK.
  • Úri Borok Pincészete, Rákóczi út 65, Mád. 1993 gegründetes, als Familienunternahmen geführtes kleines Weingut. Die 10 ha Rebfläche umfassen drei Weinberge in besten Lagen. Größte Beachtung wird einer Ertagsbeschränkung und späten Lese geschenkt. Der Ausbau erfolgt in einem 400 m langem und über 300 Jahre altem Keller. Erzeugt werden hochwertige Weine: sortenreine Weinen - darunter auch Ausbruchweine - sowie Verschnitt-Weine (u.a. 6-büttiger Tokaji Aszú und Aszú-Essenz). Mehrere Weine wurden ausgezeichnet.
    P, WP, WK.
  • Vivamus Pincészet, Ady köz 1, Erdöbénye. Mit 3,5 km Ungarns längster Weinkeller. Erzeugt hochwertige Weine, u.a. sortenreine Weine, Cuvées, Tokajer Ausbruchweine und Ausbruch-Essenzen).
    WP, WK.

    Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote in und um Tokaj
  • Tokaj
    Tokaj bietet, abgesehen von seinen Weinkellern, eigentlich wenig Sehenswertes. Die folgenden zwei Gebäude sind nur eine Auswahl:

    Neoromanische römisch-katholische Herz-Jesu-Kirche
    Tokaj: Kossuth-Platz mit neoromanischer Kirche

    Die Kirche steht am Hauptplatz. Sie hat auch ein Glockenspiel.

    Rathaus
    Tokaj, Rathaus

    Tokajer Galerie
    Tokajer Galerie

    Die Tokajer Galerie ist in der alten griechisch-orthodoxen Kirche untergebracht. Heute dient sie kulturellen Zwecken (Konzerte, Ausstellungen).

    Tokaj Museum
    Das Museum in der Bethlen Gábor utca 13 ist in einer Kaufmannsvilla aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Es informiert über die Stadtgeschichte, die hiesige Weinbauregion und den hiesigen Weinbau. Sehenswert ist außerdem die schöne Sammlung an religiösen Kultgegenständen. Wechselausstellungen mit Werken ortsansässiger Künstler vervollständigen das Angebot.

  • Weinorte (Auswahl)
    - Mád, ca. 15 km nordwestlich von Tokaj: Weinkeller, Weingüter, Synagoge (erbaut 1795, restauriert, mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet).
    - Mezözombor, ca. 15 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, drei Kirchen (reformiert, römisch-katolisch, griechisch-katolisch).
    - Tarcal, ca. 8 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, Schloss Degenfeld (heute 4-Sterne-Hotel), römisch-katolische Kirche (von dem 1562 errichteten Bau überdauerte nur ein Turm; die Kirche wurde zunächst umgebaut, dann bei einem Erdbeben zerstört und erhielt 1856 ihr heutiges Erscheinungsbild), reformierte Kirche (1797, spätbarock), Kapelle der heiligen Theresia (1750) auf dem Henye-Hügel.
    - Rátka, ca. 20 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, römisch-katolische Kirche (1807).
    - Tállya, ca. 20 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, Schloss Maillot (1720; mit Kunstsammlung); drei Kirchen (barock, gotisch).
    - Abaújszántó, ca. 30 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, drei Kirchen (gotisch, Zopfstil, barock), Ulánus-Haus (mit Ausstellung zur Geschichte der Region).
    - Erdöbénye, ca. 20 km nördlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, St. Georg-Kirche (1334; ihr heutiges Erscheinungsbild - gotisch-barock - erhielt sie 1787), reformierte Kirche (1672; 1786 im Zopfstil erneuert).
    - Tolcsva, ca. 20 km nördlich von Tokaj. Weinkeller, Weingüter, Schloss Rákóczi (17. Jhd; heute mit Museum für Weinkunde und Weinbau), drei Kirchen (die älteste aus dem 14. Jhd, allerdings umgebaut).
    - Bodrogkisfalud, ca. 10 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller und Weingüter.
    - Bodrogkeresztúr, ca. 7 km nordwestlich von Tokaj. Weinkeller und Weingüter.

  • Sonstige Orte
    - Sárospatak, ca. 30 km nördlich von Tokaj. Geschichtsträchtige Kleinstadt mit großartigem Burgschloss Rákóczi; außerdem gotische Pfarrkirche und weitere Sehenswürdigkeiten.
    - Sátoraljaújhely, ca. 45 km nördlich von Tokaj. Piaristen-Kirche und Griechisch-orthodoxe Kirche.
  • Szabolcs (ca. 5 km): Erdschanze und romanische Dorfkirche.
    - Rakamaz, ca. 5 km östlich von Tokaj. Pfarrhaus mit bis ins Jahr 1729 zurückreichenden Kirchenregister und religiösen Büchern; Kalvarienkirche (Wallfahrtskirche).
    - Szerencs, ca. 20 km westlich von Tokaj. Rákóczi-Burg und spätgotische reformierte Kirche.
  • Csobaj, ca. 15 km südlich von Tokaj. Freundliche Ortschaft mit gepflegtem Park.

    Csobaj: Park mit Uhrenturm

    Park. Links: Kinderspielplatz (Hintergrund); rechts: Denkmal 2. Weltkrieg (re)
    Csobaj: Park   Csobaj: Park mit Denkmal an den 2. Weltkrieg

  • Freizeit
    - Das Zemplen-Gebirge nordwestlich von Tokaj: Weindörfer, Burgen, Wandern.
    - Angeln: Gávavencsellö, Tiszalök.

    Unterkunft
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    Aktualisiert am 01.11.2016