Zauberhaftes Ungarn - Reise durch das Land, seine Kultur und Geschichte  
 

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Kultur und Kunst Ungarns

Ehe wir uns der Beschreibung der Ungarischen Kultur widmen, wollen wir zunächst der Frage Was ist Kultur? nachgehen.
Für unsere bescheidenen Zwecke reicht es, wenn wir uns hierzu den Sprachwissenschaften zuwenden.
Das Wort Kultur kommt vom Lateinischen cultura, was soviel bedeutet wie "Bearbeitung, Pflege, Ackerbau".
Wobei wir bereits beim Wesentlichen gelandet wären, nämlich beim Menschen. Denn Pflege, Bearbeitung und Ackerbau ist ohne den Menschen nicht denkbar. Wir halten daher fest: Kultur ist ohne den Menschen nicht denkbar.

Der Mensch und sein Tun und Schaffen ist fester Bestandteil aller Kultur.

Der Mensch, widerum, ist biologisch das Ergebnis seines Genotyps und seines Phänotyps. Der Genotyp eines Menschen ist definiert durch den in seiner DNS (englisch: DNA) gespeicherten genetischen Kode. Er ändert sich zu Lebzeiten nicht und wird vererbt. Der Phänotyp ist das Ergebnis der Interaktion des Genotyps mit der Umwelt. Er kann sich zu Lebzeiten (mehrmals) ändern und wird nicht vererbt. Beispiel: zwei eineiige Zwillinge, die in zwei unterschiedlichen Kulturen aufwachsen werden sich über die Jahre, was ihre Lebensgewohnheiten und ihre Gebrechen betrifft, verschieden entwickeln.

Auch die Kunst ist Teil der Kultur. Etwas eigenwillig - der besseren Übersicht halber und dieser Internetseite angepasst - haben wir ihr hier dennoch ein eigenes Kapitel gewidmet.

Ungarische Kultur

  • Die ungarischen Menschen
    - Der magyarische Genotyp
    - Der magyarische Phänotyp
  • Alltag
    - Sprache
    - Brauchtum
    - Küche
    - Sport
    - Medien

    Ungarische Kunst

  • Architektur
  • Literatur
  • Malerei etc.
  • Musik
  • Volkskunst
  • Ungarische Krone

    Kultur

    Die ungarischen Menschen

    Der magyarische Genotyp
    Zu den eventuellen besonderen Eigenschaften des Erbguts der Magyaren ist - ähnlich der anderen Ethnien - kaum etwas bekannt.
    Der magyarische Phänotyp
    Über die Gemütslage der ungarischen Menschen und ihr äußeres Erscheinungsbild - der Magyarische Phänotyp als Ergebnis des Zusammenwirkens von Erbanlagen und Umweltfaktoren - ist schon vieles geschrieben und gesagt worden. Wir wollen diesem Thema daher eine eigene Internetseite widmen.

    Alltag

    Die ungarische Sprache

    Die ungarische Sprache, ungarisch, gehört zu der Uralischen Sprachfamilie. Ihre Urheimat ist das Gebiet westlich des Urals zwischen der Wolga und ihrem Nebenfluss Kama. Hier lebten die Uralier zwischen dem sechsten und vierten Jahrtausend vor Christus (siehe ungarische Geschichte).
    Die uralische Sprachfamilie gliedert sich weiter in die finno-ugrischen Sprachen und die samojedischen Sprachen. Erstere werden heute in Europa, letztere in Sibirien gesprochen. Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus trennten sich die Finno-Ugrier: die Finnen zogen weiter gegen Westen und Nordwesten, die Ugrier gegen Süden und Südwesten. In diesem Zusaamenhang kam es auch zur Trennung der finno-ugrischen Sprache in eine Finno-permische und eine Ugrische. Hauptvertreter der Ugrier waren die heutigen Ungarn bzw. des Ugrischen das heutige Ungarisch.

    Brauchtum

    Vielleicht sind es gerade die vielen Knechtschaften unter fremder Herrschaft, die Ungarn seit seiner Gründung vor rund 1000 Jahren durchleiden musste, (siehe ungarische Geschichte), die das Bewusstsein für die Traditionen bei den ungarischen Menschen geschärft haben. Jedenfalls werden sie, der rapiden Urbaniserung zum Trotz, noch heute gepflegt und steht der Brauchtum weiter hoch im Kurs. Für den Besucher materialisiert er sich nicht zuletzt in den folkloristischen Darbietungen sowie in den sog. Hungarika, den Requisita im völkisch-bäuerlichen Stil in Form von Kunsthandwerk, Porzellan aber auch alkoholischen Getränken und Lebensmitteln.

    Küche

    Die ungarische Küche hat mit Vorurteilen zu kämpfen: sie gilt als kalorienreich, schmalzig und mit Paprika (allzu scharf) gewürzt. Die Tatsache ist, die moderne ungarische Küche ist weder kalorienreich noch schmalzig. Die zeitgemäße ungarische Küche entstand um die Wende zum 20. Jahrhundert aus der Verbindung der alten ungarischen, volkstümlichen Kochart und der Kochkunst des Westens, allen voran der französischen Küche. Und die zeitgemäße ungarische Küche ist gar nicht auf Schärfe ausgelegt. Die scharfe rote Gewürzpaprika wird kaum zum Anrichten der Speisen genutzt sondern eine ungarische Erfindung - die süße bzw. edelsüße rote Gewürzpaprika. Sie ist ohne jede Schärfe und erfüllt zwei Ziele: zunächst soll sie das Auge erfreuen - das Auge isst bekanntlich mit - indem sie den Speisen eine schöne rote Farbe gibt und des weiteren soll sie - ebenfalls eine ungarische Erfindung - in Verbindung mit in Fett gedünsteter Zwiebel dem darin geschmortem Fleisch den unverkennbar typischen ungarischen Geschmack verleihen.

    Sport

    Medien

    Kunst

    Architektur

    Die Geburtsstunde des ungarischen Staats vor rund tausend Jahren geschah in etwa zeitgleich mit der Blüte der Frühromanik in Mitteleuropa. Im Sog der Christianiserung um das Jahr 1000 folgte eine rege Bautätigkeit an romanischen Kirchen und Basiliken, von denen allerdings nahezu nichts erhalten geblieben ist. Auch die folgenden Bauten der Spätromanik und Frühgotik sind vor allem als Folge des Mongoleneinfalls und der späteren Türkenbesatzung zum größten Teil zerstört worden. Die Renaissance konnte sich nur am Hofe etablieren, wurde aber auch hier in ihrem Keim durch den Einfall der Türken erstickt. Während der Türkenbestzung wurden die Sakralbauten zerstört oder zweckentfremdet bzw. in Moscheen umgebaut. Nach der Vertreibung der Türken konnte, vor allem in jenen Landesteilen in denen die von Habsburg vorangetriebene Gegenreformation "wütete", der Barock Fuß fassen, wobei auch viele romanisch-gotische Sakralbauten barock verändert wurden.
    Vor allem in den reformierten Landesteilen begann sich Anfang des 19. Jhs. der vornehm-zurückhaltende Klassizismus gegen den Barock durchzusetzen. Der endgültige Durchbruch für diesen Kunststil in Ungarn war die Reformzeit (1825-48). Im folgte nach dem Ausgleich Österreich-Ungarn der Historismus, der vor allem die ungarische Hauptstadt Budapest zu einer europäischen Metropole erglänzen ließ.
    Als Reaktion auf den Historismus enstand Ende des 19. Jahrhunderts der Jugendstil. In Ungarn erhielt er durch Einbindung volkstümlicher Stilelemente deutliche nationale Qualitäten.

    Literatur

    Die Literatur ist eine Kunstgattung, die sich der geschriebenen Sprache zur Übertragung einer geistigen Erfindung eines in einem gewissen Kulturkreis beheimateten Produzenten A an einen Konsumenten B bedient. Voraussetzung hierfür ist, dass der Produzent schreiben und, sofern er Übersetzer ist, lesen bzw. der Konsument lesen kann, wobei letztere Voraussetzung sich inzwischen durch die Einführung des Hörbuchs - das wohl ursprünglich als Hilfe für Sehbehinderte gedacht war aber inzwischen im Rahmen der Digitalisierung zunehmend die Analphabetisierung fördert - relativiert hat.
    Die ungarische Literatur bedient sich folglich der ungarischen Schriftsprache. Die ungarische Sprache ist ein Mitglied der uralischen Sprachfamilie; sie ist daher keine indogermanische Sprache. Ungarisch und indogermanische Sprachen wie deutsch und englisch sind daher einander wesensfremd. Das gestaltet z.B. die authentische Übertragung von ungarischer Literatur ins Deutsche, zumal der Lyrik, als äußerst schwierig. Und auch in jenen Fällen, wo eine authentische Übersetzung gelingt, stößt sie, weil die Sprache ja die Kultur widerspiegelt, beim Indogermaner oft auf Entfremdung oder wird sie nicht verstanden. So bleibt die ungarische Literatur für die Zielgruppe dieses Internetauftritts, den deutschsprachigen Leser, bedauerlicherweise im Wesentlichen verschlossen.
    Und bedauerlich ist dies, wie ein Klick auf den obigen Link "Literatur" beweist. Die der ungarischen Literatur gewidmete Seite mag auf den ersten Blick füllig erscheinen, ihre Dimensionen sind aber nicht künstlich entstanden sondern sind dem für dieses kleine Land erstaunlichen Reichtum an literarischen Werken zu verdanken. Typisch für die ungarische Literatur ist die Lyrik auf Kosten der Prosa. Das mag sprachliche Gründe haben - die ungarische Sprache eignet sich besonders als lyrisches Stilmittel - oder historisch-soziale Aspekte; dem Linguisten Gyula Németh zufolge entwickelte sich die Stadtkultur, als Abnehmer der Prosa, wegen der Besatzungen Ungarns durch die Mongolen, Türken und Habsburger viel später als in den meisten Ländern Europas. Nichtdestotrotz hat auch die ungarische Prosa Zeichen gesetzt, man denke nur an den Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész und den beinahe Literatur-Nobelpreisträger Milán Füst.

    Malerei, Bildhauerei

    Musik

    Die ungarische Musik klingt, ähnlich der ungarischen Sprache, für ein westliches Ohr fremd. Das liegt in erster Linie an ihrer Tonalität: die ungarische Musik hat ihre Wurzeln in der alten ungarischen Volksmusik aus der Zeit vor der magyarischen Landnahme im Jahre 896. Diese basiert auf eine fünfstufige Tonleiter im Unterschied zu unserer (westlichen) Musik mit ihrer achtstufigen Dur- oder Moll-Tonleiter. Bereits damals - wie die Legenda Vita Maior über den Heiligen Bischof Gellért bezeugt - war dieser Unterschied auffallend. Die Chronik schildert ein Ereignis um das Jahr 1000 auf einem Hof in der Puszta, wo der Bischof zusammen mit seinem Junker Walter Teutonius die Nacht verbrachte. Der Bischof wurde vom Gesang eines Mädchens geweckt.
    "Vernimmst Du das Eigenartige in diesen ungarischen Klängen?" (audis symphonia ungarorum), fragte er seinen Junker. Und als die Melodie weiter voranschritt:
    "Erkläre mir, Walter, was ist das für eine Art von Gesang?" (quis istus melodiae cantus sit).
    Jener antwortete abwertend: "Es ist bloß ein Gassenhauer". (ista modulacio carminis est).
    Es ist den beiden begnadeten Komponisten und Musikwissenschaftlern Zoltán Kodály und Béla Bartók zu verdanken, dass die eigenartige ungarische Volksmusik Einzug in die ungarische Kunstmusik fand, die widerum später mit einer weiteren, der ungarischen Musiksprache eigenem Gattung, dem verbunkos, vermischt auch den ungarischen Jazz und Rock prägte.

    Volkskunst



    Aktualisiert am 10.10.2016