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Kunst und Kultur in Ungarn

Die Palóczen

Die Palóczen (ungarisch palóc; im Deutschen gibt es verschiedene Schreibweisen; die üblichsten sind, neben Palóczen, Palozen, Paloczen, Palócen, Palózen) sind eine alteingesessene, im nördlichen Ungarischen Mittelgebirge lebende Volksgruppe mit einer ihr eigenen Kunst und Kultur.

Siedlungsgebiet

Die rund 200 000 Palóczen (genaue Angaben sind nicht verfügbar) leben auf rund 50 Gemeinden verteilt in den Komitaten Nográd, Heves und Borsód-Abaúj-Zemplén der Region Nordungarn. Die beiden wichtigsten Siedlungen sind die Kleinstadt Balassagyarmat - auch "Hauptstadt der Palóczen" genannt - mit ihrem Palóczen-Museum und das unter Denkmalschutz stehende Altdorf des Ortes Hollókö, das seit 1987 auch als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist.

Geschichte

Die Herkunft der Palóczen ist umstritten. Als gesichert gilt nur, dass sie slawischer Abstammung sind und zusammen mit den Magyaren im Jahr 896 ihr heutiges Siedlungsgebiet erreichten. Die Bezeichnung Palócz leitet sich vom slawischen Palovce ab, was soviel heißt wie "Feldbewohner" oder "Bewohner der Ebene". Einer Theorie zufolge standen sie unter russischer Herrschaft - vielleicht rührt ihr Name vom Wort Polovec her (siehe "Polovecer Tänze", vertont von Alexander Borodin) - als sie sich noch auf russischem Territorium den magyarischen Stämmen anschlossen.

Kultur

Die Palóczen pflegen ihre eigene Mundart, den Palóczen-Dialekt (palóc nyelvjárások). Dieser Dialekt ist einer von sechs im heutigen Ungarn gesprochenen Dialekten.
Ein großer Palócze war der Schriftsteller Kálmán Mikszáth (1847-1910), der seinem Volk mit dem Novellenband Die guten Palóczen (1882) ein Denkmal setzte.
Vor allem die Bräuche und die Kunst der Palóczen tragen einige besondere Merkmale. Nennung verdient das Bräutigamshemd, das die Braut ihrem Verlobten näht. Er wird es nur zweimal tragen: am Tag seiner Hochzeit und auf dem Totenbett. Bestattet wird ein Palócze niemals barhäuptig sondern immer mit Hut oder Mütze.
Die Palóczen sind auch für ihre Töpfer- und Tischlerarbeiten sowie ihre Webereien und Stickereien bekannt.

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Aktualisiert am 11.12.2016