Zauberhaftes Ungarn - Reise durch das Land, seine Kultur und Geschichte  
 

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Land & Leute

Land

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Leute

- Einwohner, Anzahl und Dichte
- Natürliche Wachstumsrate
- Geburtenrate
- Sterblichkeitsrate
- Lebenserwartung
- Migration
- Urbanisierung
- Sprache
- Ethnisches Denken
- Minderheiten
- Religionen

Land

Lage

Ungarn liegt im Südosten Europas auf dem Gebiet des Karpatenbeckens. Es grenzt auf einer Länge von insgesamt 2173 km an sieben Länder:
  • Österreich
    Die Grenze zu Österreich ist 366 km lang. Es gibt, abgesehen von einem Teil des Ödenburger Gebirges (bei Sopron) und des südlichen Neusiedler Sees, keinen natürlichen Grenzverlauf.
  • Slowakei
    Die Grenze zur Slowakei ist mit 679 km die Längste. Rund 280 km werden von Donau und ihrem Nebenfluss, der Eipel (Ipoly) bestimmt. Auf rund 40 km verläuft die Grenze durch zum Teil unwegsames Gebirgsgelände.
  • Ukraine
    Die Grenze zur Ukraine ist 103 km lang. Rund 35 km werden von der Theiß (Tisza) - zwei getrennte Abschnitte - bestimmt.
  • Rumänien
    Die Grenze zu Rumänien ist 443 km lang. Es gibt, abgesehen von einem kurzen, rund 35 km langen Abschnitt der Maros, keinen natürlichen Grenzverlauf.
  • Serbien & Montenegro
    Die Grenze zu Serbien & Montenegro ist 151 km lang. Es gibt keinen natürlichen Grenzverlauf.
  • Kroatien
    Die Grenze zu Kroatien ist 329 km lang. Rund 260 km km werden von den Flüssen Drau (Dráva) und ihrem Nebenfluss, der Mur (Mura) bestimmt. Die restlichen ca. 70 km verlaufen durch sumpfiges Überschwemmungsgebiet.
  • Slowenien
    Die Grenze zu Slowenien ist 102 km lang. Sie verläuft überwiegend entlang der von Hügeln und Tälern der Ausläufer der Zala-Berge gekennzeichneten Region Örség ("Wachposten").

    Fläche

    Ungarn ist 93 030 qkm groß. Das entspricht etwa einem Viertel der Fläche Deutschlands bzw. der Fläche der beiden Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern (zusammen 93 723 qkm).

    Landschaft

    Ungarn wird gern in einem Atemzug mit der unendlich weiten und flachen Steppenlandschaft, der Puszta, genannt. Und in der Tat: bedingt durch seine Lage im Karpatenbecken ist Ungarn ein flaches Land, aber eines mit Variationen in Form von mehreren Gebirgszügen und Hügeln. Vor allem aber hat das eigentliche Flachland - etwa 50% der Gesamtfläche - neben seiner Steppe (die übrigens nur ein Bruchteil der Gesamtfläche des Landes einnimmt) eine Vielfalt an landschaftlichen Reizen in Gestalt von Weiden, Auen, Flüssen, Seen, Wäldern, Mooren und Sümpfen zu bieten.
    Rund 10% der Fläche Ungarns stehen als Gebiete mit besonderen Naturschönheiten und -schätzen unter Naturschutz. Zehn dieser Naturschutzgebiete besitzen den Status eines Nationalparks.

    Regionen

    Seit 1999 ist Ungarn in sieben, den natürlichen Gegebenheiten angepassten, geografische Regionen aufgeteilt. Die Bezeichnugn dieser Regionen (in Klammer die Bezeichnung auf ungarisch):
  • West-Transdanubien (Nyugat-Dunántúl)
  • Mittel-Transdanubien (Közép-Dunántúl)
  • Süd-Transdanubien (Dél-Dunántúl)
  • Nordungarn (Észak-Magyarország)
  • Mittelungarn (Közép-Magyarország)
  • Nördliche Große Tiefebene (Észak-Alföld)
  • Südliche Große Tiefebene (Dél-Alföld)

    Klima

    Ungarn kann infolge seiner Entfernung zum Atlantik und zum Mittelmeer sowie seiner geschützten Lage im Karpatenbecken in drei Klimazonen eingeteilt werden: Mittelmeerklima im Süden, kontinentales Klima im Osten und atlantisches Klima im Westen. Der Winter ist kalt, bewölkt, feucht und windig. Der Sommer ist lang, warm bis sehr heiß und trocken. Er bietet nicht nur ideale Bedingungen für einen Badeurlaub sondern auch, in Verbindung mit den weitverbreiteten Lössböden, ausgezeichnete Voraussetzungen für Ackerbau und Viehhaltung.
    Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 11 °C. Juli ist mit durchschnittlich 23,2 °C der wärmste und Januar mit durchschnittlich -1,3 °C der kälteste Monat. Die Sonne scheint jährlich je nach Ort zwischen 1900 und 2500 Stunden. Damit liegt Ungarn europaweit auf den Spitzenrängen. (Deutschland: 1300-1900 Std). Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 650 mm (im Westen mehr, als im Osten). Die regenreichsten Monate sind Mai, Juni und November.

    Städte

    Auf der nachfolgenden interaktiven Karte ist die Lage der größten und wichtigsten Städte in Ungarn dargestellt. Für eine kurze Beschreibung der jeweiligen Stadt klicken Sie bitte auf den entsprechenden Stadtnamen.

    Städtekarte von Ungarn
    Interaktive Karte von Ungarn mit den wichtigsten Städten und Orten Barockes Schloss, Pfarrkirche, Rathaus, schönes Zentrum. Schöne Kirchen, Museen und Schmalspurbahn Burgruine und Burgbad; zwei Kirchen, sehenswertes regionales Museum. Haiducken-Stadt mit sehenswertem Museum und Denkmälern; Zentrum mit prächtigen Bauten. Heil- und Freibad. Nach dem Nationalpark benannte Ortschaft. Historische Csárda, Neunbogenbrücke, Hirtenmuseum uvm. Ferien- und Badeort am zweitgrößten See Ungarns. Das Zentrum der Volksgruppe der Matyó mit ihrem Museum,  Freilichtmuseum und der Pfarrkirche. Sehenswertes Museum der Jazygen, Pfarrkirche, Thermal- und Freibad. Reformierte Kirche und großartiges Rathaus. Hoch auf einem Hügel thronende mächtige Burgruine. Sehr schöne romanische Kirche der Reformierten. Piaristen-Kirche und griechisch-katholische Kirche mit wunderschöner Ikonostase. Historische Kleinstadt mit Rákóczi-Burgschloss und  Reformiertes Kollegium. In Berg gehauene denkmalgeschützte Weinkeller. Historische Kleinstadt mit Rákoczi-Burg und Reformierter Kirche. Eine der schönsten und ältesten Dorfkirchen Ungarns; naive, spätromanische Fresken. Ungarns drittgrößte Stadt mit bedeutender Geschichte und Kultur (Architektur, Denkmäler, Museen, mächtige Burgruine). Dorf und gleichnamiger Nationalpark mit Europas größter Tropfsteinhöhle. Romanisch-gotische Dorfkirche mit wertvollen Freskenresten und bemalter Holzdecke. mit einer der schönsten Schmalspurbahnen Ungarns. Zentrum der Lipizzaner-Zucht Die einzig erhalten gebliebene Abteikirche der Zisterzienser in Ungarn. Altstadt mit vielen Sakral- und Profanbauten verschiedener Stilrichtungen. Museumsdorf und Freizeitareal Sóstó. Spätbarocke, griechisch-orthodoxe Kirche mit prächtiger Ikonostase. Berühmte griechisch-katholische Wallfahrtskirche mit der Gotische Dorfkirche der Reformierten. Zwei wertvolle gotische Kirchen mit Museum. Urtümlicher Friedhof mit bootförmigen Grabhölzern. Reformierte Kirche mit Kassettendecke und mächtigem hölzernem Glockenturm. Eine der schönsten romanischen Dorfkirchen Ungarns. Zweitgrößte Stadt Ungarns; Zewntrum mit großer Reformierter Kirche; zahlreiche Museen; großes Freizeitgelände. Töpferei-Museum, Reformierte Kirche, Rathaus. Reformierte Kirche. Arboretum und Museen. Lebhafe Kleinstadt mit interessanten Museen und Bauten. Schöner Kurort mit Heil- und Freibad, Kurpark, blühenden Parks, barocker Architektur und  mächtiger Ziegelburg. Töpferzentrum; Innenstadt mit Bauten aller Stilrichtungen sowie zahlreichen Denkmälern.  Baulich attraktives Zentrum mit u.a. klassizistischer Kirche  und Reiterstandbild König St. Stephan. Bedeutendste Stad der südlichen Großen Tiefebene.  Architektonisch schöne Innenstadt, kulturelle Veranstaltungen, Museen und kulinarische Besonderheiten. Aus dem Roman und gleihnamigen Film Weinort und weltberühmte Weinregion. Größter Kurort Ungarns, Nationaler Gedenkpark Gepflegte Innenstadt mit Großkirche und schönen Bauten. Gepflegte Parks, nette Innenstadt, Freilichtmuseum (altes Fischerdorf). Bezauberndes Barockstädtchen und Weinort in malerischer Umgebung. Künstlich aufgestauter See (zweitgrößter Ungarns). Ideal für Angler, Wassersportler und Badefreunde.  Reformierte Kirche und Arany János Museum. Kirche, Franziskaner-Kloster, Synagoge, János-Damjanich Museum, Thermalbad . Großkirche und Architektur verschiedener Stilrichtungen. Bugac-Puszta: Pferdeshows, Monumentales Rathaus im ungarischen Jugendstil. Serbisch-orthodoxe Kirche und ehemaliges Schloss Savoyen. Bischofsstadt mit ruhiger Atmosphäre, vielen Kirchen und dem einzigen Triumphbogen Ungarns. Bergbaumuseum und Burg Salgó. Großartige spätromanische Kirche inmitten strohgedeckter Bauernhäuser. Eindrucksvolle romanisch-gotische Kirche. Dorf mit traditioneller Architektur. UNESCO-Weltkulturerbe 1987. Burg Hollókö. Geschichtsträchtige Kleinstadt mit Burgschloss, sehenswerten Bauten und Museen. Berühmte, römisch-katholische Wallfahrtskirche (barock) mit prächtigen Hochaltar. Barockes Städtchen mit Balkanflair, Kunstszene und Freilichtmuseum. Historischer Renaissancepalast mit Zitadelle. Historische Stadt. Größte Kirche Ungarns. Zahlreiche spätbarocke und neoklassizistische Bauwerke.  Aquainsel. Historische Wasserstadt mit Burg, Mühlen und Freizeitangebot. Kleinstadt mit Heilgrotte, ihren beiden Seen, Parks, katholischer Kirche und mittelalterlicher Burg. Geschichtsträchtige Kleinstadt (Erzbistum) mit sehenswertem Dom und Erzbischofspalast. Zentrum der Volkskunst (bunte Blumenmotive auf Textilien, Keramiken, Zimmer- und Kücheneinrichtungen) und der Gewürzpaprika. Vor 250 Jahren von Donauschwaben errichtetes Winzerdorf mit 1200 Kelterhäusern; außerdem Schloss und Schlosskirche. Touristische Kleinstadt mit attraktivem Kultur- und Freizeitangebot. Weinort mit Kellergassen und schöner Rundkirche. Mächtige Burg mit sehenswertem Burgmuseum; berühmte Weinregion. Weinort und berühmte Weinregion. Bordeauxartige Rotweine. Keinstadt mit sehenswerter Innenstadt nebst Historischer Gedenkstätte über die Schlacht bei Mohács 1526. Anmutige Kleinstadt mit sehenswerter Architektur; Zentrum der Sárközer Volkskunst, bedeutende Weinregion. Burgkloster, eines der bedeutendsten mittelalterlichen Gebäude Ungarns. Serbisch-orthodoxes Kloster; Klosterkirche mit prächtiger Ikonostase und großflächigen Ikonen. Dorf der Donauschwaben. Dorf der Donauschwaben mit u.a. 300 Jahre altem Friedhof, Kapelle und mittelalterlicher Burgruine.  Eine der geschichtsträchtigsten Burgen Ungarns. Kulturhauptstadt der UNESCO 2010. Mediterranes Flair am Fuße des Mecsek-Gebirges. Berühmte Kirchenruine und weitere historische Denkmäler. Tudor-Schloss Brunsvik mit Beethoven-Museum Größtes Freilichtmuseum und archäologischer Park Ungarns Historische Innenstadt (Barock und Zopfstil); mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnetes Freilichtmuseum Drittgrößter natürlicher See Ungarns, relativ flach und warm. Ideal für Familien mit Kindern. Baden, Angeln, Bootfahren, Surfen. Spätbarockes Schloss; Weinregion Zisterzienserabtei mit zweitürmiger Barockkirche und denkmalgeschützter Bibliothek; bekanntes Arboretum Auf einem Felskamm thronende historische Altstadt mit barocker Baukunst. Burgschloss und barockisierte Pfarkirche Beschauliche Kleinstadt im Nationalpark Örség mit romanisch-gotischer Pfarrkirche Bemerkenswerte spätabarocke Bauten, Göcseji-Freilichtmuseum, großer Aquapark  Dorfkirche mit kunstvollen gotischen Freskenzyklus Zauberhaft gelegene Ortschaft; Barockkirche Schöne gelegener Ort mit berümter Burg, Museen und Kirche Bakanntester Kur- und Badeort am Plattensee Halbinsel mit hoch über dem Plattensee thronender Abteikirche Hoch auf einem Hügel thronende, größte Burgruine Westungarns.  Pfarrkirche mit dem schönsten spätbarocken Freskenzyklus Ungarns. Beschauliche Gemeinde mit Barockkirche&Schlosspark am Fuße des Örség-Nationalparks Bedeutende Barockkirche und Heil-/Schwimmbadbad Ungarns ältestes und bedeutendstes Kloster Prämonstratenser-Propstei Ungarns bedeutendste spätromanische Kirche Sehenswerter Kalvarienberg und preisgekröntes Dorfviertel mit Original-Bauernhäusern Berühmtes Burschloss und bedeutendes Heil- und Wellnessbad Alte Römersiedlung mit entsprechenden römischen Relikten sowie barocker Bausubstanz. Malerisch gelegenes Dorf mit u.a. Kapelle und denkmalgeschützter Mühler Bezauberndes mittelalterliches Städtchen; Pfarrkirche, Kalvarienberg, Schloss und Dorfmuseum Alte Burg, Pfarrkirche und Museum Mächtig-schaurige, spätromanische Kirchenruine Unter Denkmalschutz stehende Altstadt mit mittelalterlicher und barocker Bausubstanz Schöne Barockstadt Barockschloss, Bedeutende romanische Kirche Bischofspalais und Denkmäler aus römischen Zeiten. Größter natürlicher Thermalwassersee Europas. Größte Stadt am Nordufer des Plattensees. Imposanter Vulkankegel, Weinregion, fünf Aussichtspunkte. Größter Binnensee Mitteleuropas und größte Ferienanlage Ungarns Lieblingsschloss der Kaiserin Elisabeth (Sisi).

    Gewässer

    Ungarn ist reich an Gewässern. Sie bieten nicht nur Badefreuden für Jung und Alt; auch Angler und Wassersportler kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Nicht zuletzt aber finden Naturfreunde und Erholungssuchende hier Entspannung und Ausgleich vom Alltagsstress.
  • Seen
    Der Balaton (Plattensee) ist Mitteleuropas größter Binnensee. Mit seinem türkisfarbenen, seidenweichen Wasser liegt er naturschön an den Südhängen des Bakonygebirges mit seinen Weinbaugebieten. Er zählt neben der Hauptstadt Budapest zu den wichtigsten Tourismuszentren Ungarns, bietet aber aufrund seiner Größe trotzdem zahlreiche Refuges für den nach Erholung und Ruhe Suchenden (vor allem am Nordufer). Die Wassertemperatur schwankt im Sommer zwischen 20 und 26 °C und übersteigt morgens und abends die Lufttemperatur.
    Der rund 30 km weiter nordwestlich vom Plattensee entfernt in Richtung Budapest gelegene Velence-See (Velencei tó) ist von Frühling bis Spätherbst ein idealer Badesee und eignet sich auch sonst hervorragend zum Segeln, Surfen und Paddeln. Der nordöstliche Teil mit seinem Sumpfgebiet und Röhricht bildet ein Vogelreservat mit rund 100 Arten.
    Der Neusiedler-See (Fertö-tó) liegt nur zu 25% auf ungarischem Gebiet (der südliche Teil des Sees). Dieser ungarische Teil gehört zum Nationalpark Fertö-Hanság.
    Der Theiß-See (Tisza-tó) in der großen Tiefebene ist mit 127 qkm nicht nur der größte künstlich geschaffene See Ungarns sondern auch der zweitgrößte See des Landes. Dieser See mit seinem weichen Wasser, breiten Buchten und Inseln ist reich an Fisch und Wild. Badende, Wassersportler, Angler und Jäger kommen hier voll auf ihre Kosten.
  • Flüsse
    Der zweitgrößte Strom Europas, die Donau, durchfließt Ungarn auf einer Länge von 417 km. Die Donau ist aber nicht, wie oft behauptet wird, der größte Fluss Ungarns. Das ist mit 598 km ihr wichtigster Nebenfluss, die Theiß (Tisza). Die beiden Flüsse unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Flora und Fauna sowie ihres Wasserlebens. Auf der Theiß ist im Vergleich zur Donau der Schiffsverkehr sehr gering und der Wassertourismus recht hoch. Die Theiß hat vergleichsweise wenige Brücken aber viele Fähren und sonstige Anliegeplätze zum Übersetzen.
    Neben diesen beiden Flüssen gibt es noch rund 20 weitere Flüsse in Ungarn, die vor allem zum Angeln und Paddeln sowie zum Verweilen einladen.

    Berge

    Ungarn wird von Südwesten nach Nordosten von einer Bergkette durchzogen, die die östlichen Ausläufer der Alpen mit den Karpaten verbindet. Von Bergen kann eigentlich nicht die Rede sein: die meisten Erhebungen liegen zwischen 500 und 800 Metern; die höchste ist der Kékes 1015 Metern! Aber die Bergkette sorgt nicht nur für gefällige Abwechslung in der Landschaft sondern sie ist auch für das reizvolle Klima mit mediterranem Flair in Beispielsweise der Gegend um Pécs und Eger oder - nicht zu vergessen - am Nordufer des Plattensees verantwortlich.
    Im Südwesten beginnt der Höhenzug mit dem Mecsek-Gebirge; an seinen südlichen Ausläufern liegt Pécs, die Kulturhauptstadt der UNESCO 2010, sowie noch etwas weiter südlich das Villány-Gebirge mit der gleichnamigen Weinregion bekannt für ihre schweren, Bordeaux-artigen Rotweine, die in internationalen Blindverkostungen der französischen Konkurrenz den Rang streitig gemacht haben. Diese Hügellandschaft ist auch reich an Geschichte, belegt durch u.a. ihre Burgen und Kirchen sowie ihre alten Ortschaften der sog. Donauschwaben. Nur weinige Schitte gegen Nordost erstreckt sich eine weitere berühmte Weinregion um die Donaustadt Szekszárd; auch hier werden große Rotweine gekeltert, die bereits Franz Liszt zu schätzen wusste.
    Weiter Richtung Norden, nördlich des Balaton, stoßen wir zunächst auf das Keszthelyer Gebirge (höchste Erhebung 427 m) und dann weiter in Richtung Osten das langgestreckte und reich bewaldete, wildromantische Bakony-Gebirge mit seinen verträumten Ortschaften, von Burgruinen, gekrönten Hügeln, Felsschluchten und kühnen Wasserläufen. Im nördlichen Bakony liegen auch einige kulturhistorisch bedeutende Städte und Gemeinden, wie die Stadt der Königinnen Veszprém, Zirc mit ihrer großartigen Abtei sowie Mór, das Zentrum der gleichnamigen Weinregion.
    Das Vértes-Gebirge ist mit dem Bakony in so fern verwandt als auch dieser Gebirgszug größtenteils bewaldet und von wildromantischen Tälern durchkreuzt ist. Burgruinen krönen etliche Felskuppen und in den Wäldern verstecken sich urtümliche Ortschaften wie Vérteskozma.
    Südöstlich vom Vértes-Gebirge ruht (die höchste Erhebung, der Meleghegy ist 351 m hoch!) etwas unspektakulär das Velence-Gebirge. An seinen südlichen Hängen schmiegt sich der Velence-See, der drittgrößte Binnensee Ungarns, mit seinem seichten und warmen Wasser ideal für Familien.
    Nördlich an das Vértes-Gebirge grenzt das Gerecse-Gebirge und dann, wenn wir weiter gegen Osten wandern, sind wir bereits bei den letzten Gebirgen westlich der Donau, angelangt, und zwar - aus Richtung Süden - den Budaer Bergen, den Pilis-Gebirge und den Visegráder Gebirge. Letzteres gehört bereits zum Nördlichen Ungarischen Mittelgebirge, das widerum den Karpaten zugegliedert wird.
    Das Nördliche Ungarische Mittelgebirge erstreckt sich über rund 200 km vom Donauknie bis zur Weinregion Tokaj und erreicht Höhen von bis zu 1015 m (Kékes, der höchste Berg Ungarns). Die Gebirge im einzelnen sind
  • das Börzsöny-Gebirge
  • das Visegráder Gebirge
  • das Cserhát-Gebirge
  • das Mátra-Gebirge
  • das Bükk-Gebirge
  • das Zemplén-Gebirge

    Das Börzsöny-Gebirge erstreckt sich nördlich der Donau östlich der Grenze zur Slowakei mit dem Grenzfluss Ipoly (Eipel). Es ist vulkanischen Ursprungs. Seine drei höchsten Gipfel, der Csóványos (939 m), der Nagyhideghegy (865 m) und der Nagyinóc (813 m) sind alle drei seit Hundertausenden von Jahren erloschene Vulkankrater.
    Das Gebirge ist sehr niederschlagsreich und deshalb durch zahlreiche Gewässer gekennzeichnet. Es ist nahezu vollständig bewaldet, wobei Fichten dominieren. Von den Laubbäumen überwiegen Eschen, Ulmen und Ahorn.
    Das Gebirge ist Teil des Nationalparks Donau-Eipel und auch (aber nicht nur) deshalb eine touristische Attraktion. Von Veröce (mit Bus oder Bahn von Budapest aus bequem erreichbar) gibt es ausgezeichnete Wanderpfade; vom Csóványos bietet sich eine unvergessliches Panorama auf das Donauknie. Vom benachbarten Kismaros führt eine Schmalspurbahn ins Landesinnere nach Kiralyrét. Im Landesinneren gibt es mehrere Ortschaften mit Sehenswürdigkeiten, wie z.B. Nagybörzsöny und Márianosztra.
    Das Visgráder Gebirge südlich des Börzsönyer Gebirges wird aus kulturhistorischer Sicht beherrscht von der nach ihm benannten Stadt Visegrád mit ihrem ehemaligen Königspalast. Dies ist auch die Heimat des vielbesungenen Donauknies, womit jener Abschnitt der Donau gemeint ist, bei der sie sich unter zuhilfenahme eines beinahe rechtwinkligen Knicks ihren Weg durch das Visegráder Gebirge bahnt.
    Weiter östlich erhebt sich das Cserhát-Gebirge vor dem die Donau quasi einknickt und ihren bislang östlichen Lauf mittels einer plötzlich spitzen, neunziggradigen Abkehr gegen Süden abbricht. Erstaunlich, denn das Cserhát-Gebirge ist von seiner Aufmachung her wenig furchterregend. Es ist aber eine Kulturlandschaft mit Burgruinen, Schlössern und sehenswerten Dorfkirchen und es ist nicht zuletzt die Heimat der Volksgruppe der Palóczen (siehe auch Balassagyarmat und Hollókö).
    Das Cserhát-Gebirge ist auch das Verbindungsglied zum Mátra-Gebirge, das sich in etwa zwischen den Flüsschen Zagyva und Tarna nördlich der Autobahn M3 erstreckt. Hier liegt der Kékes, der mit 1015 m höchste Berg Ungarns. Das Mátragebirge ist die am besten erschlossene Ferienregion Nordungarns. Sie eignet sich ideal zur Freizeitgestaltung wie zum Wandern im Sommer, Pilze sammeln und Jagen im Herbst und Skifahren im Winter. Wichtigster Anlauf für einen Besuch des Gebirges ist die Stadt Gyöngyös an seinen südlichen Ausläufern; aber auch die Barockstadt Eger und gleichnamige Weinregion an seinen östlichen Ausläufern ist ein geeignetes Sprungbrett.
    Das waldreiche Mátragebirge ist auch bekannt für seine Luftkurorte und Heilbäder, wie Mátraháza, Mátrafüred und Galyatetö. Es grenzt im Osten an das 100 000 ha große Bükk-Gebirge, das größte zusammenhängende Waldgebiet Ungarns. Die vorherrschende Baumart ist die Buche (das ungarische Wort für Buche ist bükk). Seine höchste Erhebung ist mit 959 m der Istallós-kö bei Szilvásvárad.
    Das Bükkgebirge ist touristisch vor allem für Freizeitaktivitäten, allen voran Wandertouren, ideal. Der mittlere Bereich hat den Status eines Nationalparks. Dort werden auch geführte Touren angeboten. Desweiteren sind mehr als tausend Höhlen im Bükk-Gebirge bekannt, von denen viele besichtigt werden können. Nicht zuletzt ist das Bükk-Gebirge bzw. seine Ausläufer mit u.a. der Barockstadt Eger, seinen romanischen Dorfkirchen wie z.B. in Feldebrö und Bélapátfalva, seinen Schlössern wie z.B. in Noszvaj, seinen Burgruinen (Sirók) und der Volksgruppe der Matyó (Museum in Mezökövesd) auch kulturhistorisch sowie seinen Kurorten wie Egerszalók und Lillafüred bzw. der sensationellen Heilgrotte in Miskolctapolca eine bleibende Erinnerung.
    Das Zemplén-Gebirge bildet den Abschluss des Nördlichen Ungarischen Mittelgebirges. Es erstreckt sich nordöstlich des Weinorts und der gleichnamigen Weinregion Tokaj und seine Hauptattraktionen sind der Wein (an den südlichen Hängen), seine wildromantische Landschaft im Norden mit vielen Burgen (u.a. Boldogkö und Füzér), ideal zum Wandern.

    Leute

    Einwohner, Anzahl und Dichte

    Laut jüngster Schätzung 2013 lebten in Ungarn 9,91 Millionen Menschen; das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 106,5 Einwohner pro qkm. Die entsprechenden Daten sind für Deutschland 226, Österreich 100 und die Schweiz 193.

    Was die ungarischen Großstädte betrifft, so herrscht das größte Gedränge mit einer Bevölkerungsdichte von 3300 erwartungsgemäß in Budapest gefolgt von Szeged (900), Györ (753), Székesfehérvár (595), Debrecen (443), Kecskemét (322), Nyíregyháza (275), Miskolc (236) und Pécs (163).


     

    Natürliche Wachstumsrate

    Die Natürliche Wachtumsrate ergibt sich aus der Differenz zwischen der Geburtenrate und der Sterberate. Wie viele Industrieländer, so verzeichnet auch Ungarn eine negative natürliche Wachstumsrate. Der Absturz begann Mitte der 70er Jahre und pendelt sich gegenwärtig auf einem international hohen Niveau von rund 4 pro 1000 Einwohner ein - das entspricht einem jährlichen Bevölkerungsdefizit von rund 40 000. Dieses hohe Wachstumdefizit erklärt sich aus der vergleichsweise hohen Sterberate und der vergleichsweise niedrigen Geburtenrate, beide zählen zu den höchsten bzw. niedrigsten in Europa (siehe nachfolgend).

    Bevölkerungswachstum in Ungarn und in Ländern des deutschen Sprachraums
    Bevölkerungswachstum in Ungarn und den deutschsprachigen Ländern

    Geburtenrate


    Geburtenrate in Ungarn und in Ländern des deutschen Sprachraums
    Geburtenrate in Ungarn und den deutschsprachigen Ländern
    Ungarn lag 2012 an fünftletzter Stelle im EU-Vergleich was die Geburtenrate betrifft.

    Sterblichkeitsrate


    Sterblichkeitsrate in Ungarn und in Ländern des deutschen Sprachraums
    Sterblichkeitsrate in Ungarn und den deutschsprachigen Ländern

    In den 60er und 70er Jahren nahm die Sterblichkeitsrate in Ungarn kräftig zu und blieb seither auf einem vergleichsweise hohem Niveau. Mit 13 Sterbefällen pro 1000 Einwohner lag Ungarn 2012 im EU-Vergleich an fünfter Stelle.

    Lebenserwartung


    Lebenserwartung bei Männern (li) und Frauen (re) in Ungarn und den deutschsprachigen Ländern
    Lebenserwartung bei Männern in Ungarn und den deutschsprachigen Ländern  Lebenserwartung bei Frauen in Ungarn und den deutschsprachigen Ländern

    Die Lebenserwartung hat sich in Ungarn seit 1960 (damals Europa-Durchschnitt) deutlich schlechter entwickelt als in beispielsweise Deutschland, Österreich und der Schweiz bzw. dem EU-Raum. Sie lag 2012 mit 71,5 Jahren (Männer) und 78,4 Jahren (Frauen), das sind 6 Jahre bzw. 4,7 Jahre weniger als der EU-Durchschnitt.

    Migration

    Auswanderung
    Ein um sich greifendes Thema in Ungarn ist die Auswanderung. Sie umfasst nicht nur gut Ausgebildete wie Ärzte und Akademiker sondern vor allem junge Leute. Seine soziale, demografische und ökonomische Bedeutung zeigt auch, dass die Debatte zunehmend emotional geführt wird.
    Kontrovers von Regierungsseite und Opposition wird ihr Ausmaß beurteilt; es gibt keine zuverlässigen Statistiken. Auf einem Punkt herrscht jedoch Einigkeit; die Abwanderung ist besonders seit 2010, der Machtübernahme der Orbán-Regierung, im Zunehmen begriffen und inzwischen inflationär. Es herrscht Handlunsgbedarf.
    Was das Ausmaß betrifft, so besteht ein großer Unterschied zwischen den offiziellen Zahlen des Ungarischen Statistischen Zentralamts über Auswanderung und den Einwanderungsstatistiken jener Länder, in denen ethnische Ungarn als Einwanderer registriert sind. Anhand dieser Statistiken sind seit der EU-Mitgliedschaft Ungarns 2004 im Schnitt jährlich
    25 000 ethnische Ungarn in Richtung Europa ausgewandert. Nach eigenen Berechnungen, basierend auf Daten der OECD und EUROSTAT, waren es weltweit durchschnittlich 48 000 zwischen 2007 und 2009 (siehe nachfolgendes Diagramm).
    Einwanderung ungarischer Staatsbürger 2007-09 nach Einwanderungsland

    Diese Zahl hat sich zwischen 2010 und 2012 auf durchschnittlich 63 000 erhöht, eine Steigerung um 30%. Und sie ist weiter im Ansteigen begriffen. Es kann angenommen werden, dass seit 2010 bis heute rund 300 000 ethnische Ungarn ihr Land verlassen haben.
    Einwanderung ungarischer Staatsbürger 2010-12 nach Einwanderungsland
    Das wichtigste Einwanderungsland war und ist die Bundesrepublik Deutschland gefolgt von dem Vereinigten Königreich/Irland und Österreich, wobei die Angaben für das Vereinigte Königreich sehr unsicher sind.
    Die Ursachen der Abwanderung sind wirtschaftlich und politisch. Wirtschaftlich zählt Ungarn zu den am schwersten von der jüngsten Wirtschaftskrise betroffenen Ländern. Die Arbeitslosigkeit stagniert auf einem hohen Niveau, die Reallöhne sinken, über eine Million Ungarn beziehen Mindestlohn. Rund ein Drittel der Einwohner sind in Gefahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung. Politisch ist die Lage durch eine Aushöhlung des Rechtsstaates gekennzeichnet, durch zunehmenden Nationalismus und damit verbundene Intoleranz gegenüber Minderheiten wie Roma und Juden.

    Einwanderung
    Wie problematisch die Migrationsstatistiken zu beurteilen sind zeigt das Beispiel der Einwanderung nach Ungarn. EUROSTAT zufolge sind 2012 rund 34 000 ethnische Ungarn nach Ungarn eingewandert im Vergleich zu 20 000 im Jahr 2004, ein Anstieg um 70 Prozent. Über die Herkunft schweigen die Statistiken, aber da Migration meist soziale und wirtschaftliche, bisweilen auch sentimentale Gründe, hat, kann man annehmen, dass die meisten Einwanderer aus den ehemaligen ungarischen Gebieten in der Slowakei, Serbien und Rumänien sowie aus der Ukraine kamen.

    Urbanisierung

    Mit dem Begriff Urbaniserung bezeichnet man die Verstädterung, d.h. die Ausbreitung städtischer Lebensformen. Auch in Ungarn ist in den vergangenen Jahrzehnten ein vom Sterben des ländlichen Lebens und der ländlichen Kultur auf Kosten des Wachstums städtischer Lebensformen beherrschter Wandel deutlich erkennbar. Gegenwärtig (Stand 2011) hat der Urbanisierungsgrad 69% erreicht. Die entsprechenden Daten sind für Deutschland 74%, Österreich 68% und die Schweiz 74%.

    Laut den statistischen Schätzungen 2013 gab es in Ungarn neben der Hauptstadt Budapest(1,7 Millionen Einwohner) noch 7 Großstädte mit einer Einwohneranzahl von mehr als je 100 000 und zwar Debrecen (204 300), Miskolc (162 900), Szeged (161 800), Pécs (147 700), Györ (128 600), Nyíregyháza (118 200) und Kecskemét (111 900). Székesfehérvár scheiterte mit 99 300 Einwohnern knapp an dieser Hürde. Wenn man letztere Stadt trotzdem mit einbezieht, leben rund 27,5% der Ungarn in diesen Großstädten.

    Sprache

    Die erste Begegnung mit der ungarischen Sprache ist für einen Menschen indogermanischer Mundart ernüchternd: man versteht überhaupt nichts. In schriftlichen Dokumenten sucht man vergebens nach einem halbwegs verständlichen Wort; die gesprochenen Laute klingen zwar irgendwie melodisch aber doch sehr exotisch und fremd. Die Ursache für dieses Nichtverstehen bzw. Fremdempfinden ist, dass die ungarische Sprache der dem Indogermanischen fremden uralischen Sprachfamilie angehört. Beide Sprachfamilien haben sich was u.a. Wortschatz und grammatikalischen Aufbau betrifft, vor mehreren Jahrtausenden so weit auseinanderentwickelt - wobei eine Verwandtschaft sogar umstritten ist - dass sie sich inzwischen als fremd gegenüber stehen.
    ... weiter

    Ethnisches Denken

    Ethnisches Denken ist eine trotz - oder gerade wegen der Zerstrittenheit - der UNO und EU mit wenigen Ausnahmen (z.B. Kanada!) inzwischen weltweit grassierende Seuche und auch die ungarische Gesellschaft ist von ihr befallen. Anhand ethnischem Denkens werden jene Mitbürger eines Staates diskriminiert, die nicht aufgrund von Geburt im erweiterten Sinne (Abstammung, Blutsgemeinschaft etc. = Ethnos) der Nation zugerechnet werden können. Auch Eingebürgerte gelten bei dieser Denkweise als Fremde; Ausländer sind eine Bedrohung. Damit ist bei ethnischem Denken das Fundament der Gleichheit aller Mitbürger (= Demos) außer Kraft gesetzt.
    Ethnisches Denken äußert sich in rassistischen Parolen, Ausgrenzung bzw. feindlicher Stimmungsmache gegen Minderheiten wie Roma, Juden und Homosexuelle. Die Folgen sind, wie die Geschichte lehrt, menschliche Tragödien wie beispielsweise unzählige Bürgerkriege und der Holocaust.
    Ungarn ist ein kleines Land, rein sprachlich isoliert und von "Feinden" umgeben. Lange Zeit war es ein Vielvölkerstaat. Vierzig Prozent seiner 1100jährigen Geschichte verbrachte das Land unter fremder Knechtschaft oder Herrschaft und durchlebte dabei zahlreiche Traumen, allen voran die "Amputation" von sechzig Prozent seines Territoriums beim Friedensschluss 1920 von Trianon. Die Traumen sind bis zum heutigen Tag weitgehend nicht aufgearbeitet worden. Ungarn erfüllt damit die besten Voraussetzungen für das Zustandekommen von ethnischem Denken. Und in der Tat hat diese Denkweise alte Traditionen in Ungarn. Zunächst von den Behörden "erfunden", hat sie inzwischen weite Teile der Bevölkerung infiziert. Sie erlebt heute, dank der regierenden nationalkonservativen Fidesz und ihrem Ministerpräsidenten Viktor Orbán, eine Renaissance und ist gegenwärtig unverkennbarer Teil der ungarischen Gesellschaft. Orbán und seine Sinnesgenossen, allen voran die rechtsextreme Partei Jobbik, verfolgen eine geradezu grotesk anmutende Glorifizierung der ungarischen Ethnizität und haben es verstanden, die Ängste in der Bevölkerung gegenüber allen nicht ethnischen Ungarn zu schüren. Auch die Errichtung des ungarischen Grenzzauns gegen Serbien und Kroatien wird innenpolitisch schamlos als Schutz der ungarischen Menschen bzw. der christlichen Kultur instrumentalisiert.

    Die Betonung der Ethnizität darf aber nicht dahingehend missverstanden werden, dass die Ungarn fremdenfeindlich wären. Jeder, der Ungar schon besucht hat, wird bestätigen können, dass seine Menschen Fremden gegenüber nicht nur aufgeschlossen sondern besonders warmherzig gesonnen sind.

    Minderheiten

    Ungarn wurde nicht nur infolge des Mongoleneinfalls 1241 zu einem Vielvölkerstaat und man kann mit Fug behaupten, dass es an dieser Multiethnizität gescheitert ist (Trianon!, siehe Geschichte) und auch heute Grund zur Befürchtung besteht, dass es wieder zu scheitern droht.

    Laut statistischen Schätzungen leben in Ungarn
  • Magyaren 90%
  • Roma 4%
  • Deutsche 2,6%
  • Serben 2%
  • Slowaken 0,8%
  • Rumänen 0,7%

    Außerhalb der Grenzen Ungarns leben im Karpatenbecken (vorwiegend in der Slowakei, Rumänien, Slowenien, Österreich, Serbien) 2,4 Millionen Magyaren.

    Religions- und Konfessionszugehörigkeit

    Laut einer Erhebung 2011 durch das Zentrale Ungarische Statistische Amt - Központi Statisztikai Hivatal verteilt sich die Religions- und Konfessionzugehörigkeit wie folgt:
  • Christen: 5,42 Millionen (54,6%)
  • Juden: 10 965 (0,11%); siehe auch die Internetseite über Jüdische Bauten und Denkmäler in Ungarn.
  • Andere (siehe auch die Internetseite über Türkisches Ungarn) bzw. keine Konfessionszugehörigkeit: 1,81 Millionen (18,2%)
  • Keine Angaben machten bzw. die Angaben verweigerten: 2,7 Millionen (27,2%) !

    Von den Christen (=100%) waren 3,87 Millionen Katholiken (71,4%), 1,37 Millionen Evangelisch (25,2%), 13 710 Orthodoxe (0,25%) und 167 231 sonstige Christen (3,09%).

    Von den Katholiken (=100%) bekannten sich 3,69 Millionen (95,4%) zu der lateinischen, römisch-katholischen und 179 176 (4,6%) zu der unierten, griechisch-katholischen Kirche; die Mehrzahl der römisch-katholischen Christen lebt in dem Gebiet Ungarns rechts der Theiß, die Mehrzahl der griechisch-katholischen Christen lebt in der südlichen Großen Tiefebene. Von den Evangelischen Christen (=100%) waren 1,15 Millionen Kalvinisten (84,3%)und 215 093 (15,7%) evangelisch-lutherisch; die Mehrzahl der evangelischen Christen lebt im Nordosten Ungarns und in der östlichen Großen Tiefebene.
    Siehe auch die Internetseiten über

  • Barocke Bauten und Denkmäler in Ungarn
  • Bauten und Denkmäler der Reformierten in Ungarn
  • Bauten und Denkmäler der orthodoxen Christen in Ungarn

    #Quellenangaben:
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  • Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  • Ungarisches Zentrales Statistisches Amt (auf Englisch)
  • Statistik Austria
  • Bundesamt für Statistik, Portal Statistik Schweiz

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    Aktualisiert am 07.10.2016