Zauberhaftes Ungarn - Reise durch das Land, seine Kultur und Geschichte  
 
 

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Daten zur Wirtschaft Ungarns

- Rückblick
- Bruttoinlandsprodukt
- Staatsverschuldung
- Neuverschuldung
- Arbeitsmarkt
- Einkommen und Preise
- Investitionen
- Außenwirtschaft
- Energiewirtschaft
- Tourismus
- Kaufkraft

Rückblick

Um die nachfolgend dargestellte aktuelle Wirtschaftslage Ungarns besser verständlich zu machen, ist ein kurzer Rückblick (1) auf die wirtschaftliche Entwicklung Ungarns hilfreich.
Das Wirtschaftssystem Ungarns hat seit Ende des Zweiten Weltkriegs drei Entwicklungsstufen durchgemacht:
  • 1947 bis 1956
    Staatliche Planwirtschaft stalinistischer Prägung gekennzeichnet durch Verstaatlichung der Banken, Bergwerke und Schwerindustrie, Industriebetriebe mit mehr als 10 Arbeitern, des Gesundheits- und Verkehrswesens sowie die Einführung von Planzielen. Letztere betonten Quantität auf Kosten der Qualität; außerdem waren sie auf die Schwerindustrie fokusiert, während die Bedürfnisse der Landwirtschaft und des Lebensstandards der Bevölkerung vernachlässigt wurden. Der Erfolg des ersten Planjahres 1950 verschlimmerte diesen Zustand. Die Wirtschaftsstrategen verloren quasi die Übersicht. Die Planziele wurden illusorisch hochgeschraubt mit noch mehr Fokus auf die Schwerindustrie auf Kosten der Konsumgüterindustrie und der Landwirtschaft. Das einstige Agrarexportland Ungarn musste Lebensmittel einführen! Das Realeinkommen und der Lebensstandard der Bevölkerung erreichte einen Tiefststand.
  • 1956-1989
    Die kommunistischen Regierungen in Ungarn nach dem Zweiten Weltkrieg waren alle Diktaturen sowjetischer Prägung ohne Legitimität beim ungarischen Volk. Der ungarische Volksaufstand 1956 bedeutete insofern eine Zäsur, als der aus ihm hervorgehende erste Machthaber, János Kádár, die Zeichen der Zeit erkannte, indem er als erklärtes Ziel definierte, sein System beim Volk zu legitimieren. Die ersten Maßnahmen hierzu zielten auf eine Hebung des Lebensstandards durch wirtschaftliche Reformen.
    Das System der Planwirtschaft wurde gelockert; bei der Verteilung der Investitionen wurden der Landwirtschaft (durch Kollektivierung) und der Konsumgüterindustrie größeres Gewicht eingeräumt. Der Fokus bei der Industralisierung wurde weg von der Schwerindustrie (Bergbau, Metallurgie und Stromerzeugung) und zugunsten der weniger energie- und materialaufwändigen Verarbeitungsindustrie wie Maschinenbau und chemische Industrie, gelegt. Bei der Energieversorgung wurden die Prioritäten weg von der einheimischen Kohle (Schwerindustrie, siehe oben) hin zur Erdöl- und Erdgasförderung verlegt; letztere konnte durch die einheimische Produktion jedoch nicht gedeckt werden und damit begann die noch immer bestehende Abhängigkeit der ungarischen Energieversorgung von der damaligen Sowjetunion, dem heutigen Russland.
    Die Investitionen bewirkten zunächst ein kräftiges Wirtschaftswachstum, das aber bereits Anfang der 1960er Jahre abklang. Vor allem machte sich ein altes Problem bemerkbar: ein Qualitätsmangel der produzierten Waren. Dies hatte Absatzschwierigkeiten vor allem im Ausland zur Folge. Außerdem musste die durch gestiegene Reallöne erhöhte Inlandsnachfrage durch vermehrte Importe befriedigt werden.
    Um dieser nachteiligen Entwicklung entgegenzuwirken wurde 1968 eine nach dem Politbüromitglied Rezsö Nyers benannte Wirtschaftsreform beschlossen, mit der sich die ungarische Wirtschaft deutlich von jener der anderen sozialistischen Länder abhob. Die Reform betraf den Staat und die Unternehmen. Die staatliche Planung wurde im Prinzip aufgegeben und auf indirekte ökonomische Weisungen zurückgeschraubt wie Kredit-, Preis-, Lohn-, Steuer- Zoll- und Währungspolitik. Die Unternehmen erhielten weitgehende Autonomie u.a. in Sachen Produktionsstruktur, Investitionen, Löhne und Außenhandel. Als oberstes Ziel wurde die Maximierung der Gewinne definiert.
    Die Reform bewirkte rasch einen kräftigen bis 1972 andauernden wirtschaftlichen Aufschwung. Trotzdem wurde sie 1973 in großen Teilen aus ideologischen und damit verbundenen innen- und außenpolitischen Gründen revidiert. Die Unabhängigkeit der Unternehmen wurde wieder beschnitten; es begann eine Entwicklung hin zu Großkonzernen, die, in ihrer wirtschaftlichen Effizienz geschwächt, sich den Erfordernissen des Weltmarkts nicht anpassen konnten. Ende des 70er Jahre verzeichnete die ungarische Wirtschaft zwar ein überdurchschnittliches Wachstum. Dieses basierte jedoch nicht auf gesunden wirtschaftlichen Grundlagen sondern war das künstliche Ergebnis hoher Subventionen und hoher Auslandskredite. Letztere wurden zu großen Teilen dazu verwendet, den vergleichsweise hohen Lebensstandard zu finanzieren (Gulaschkommunismus; fröhlichste Baracke des Kommunismus). Trotz des Wachstums nicht übersehbar war allerdings, dass die ungarische Wirtschaft belastet durch die zweite Ölkrise 1979/80, die hohen Außenhandelsdefizite und die hohe Auslandsverschuldung kränkelte. Zu ihrer Genesung wurden daher in den ausgehenden 70er Jahren neue Reformprogramme auf die Füße gestellt, die an die Reform von 1968 anknüpften. Die Großkonzerne wurden zerschlagen; private Kleinbetriebe wurden gefördert. Es entstand ein bunter und vielerorts blühender privater Wirtschaftszweig vor allem im Dienstleistungsbereich, der u.a. als Nebentätigkeit zur Verbesserung des Einkommens genutzt wurde und bei dem Marktpreise und Qualität eine wichtige Rolle spielten. (So konnte die Hausfrau ihre Einkäufe beispielsweise u. U. günstiger und zu besserer Qualität beim privaten Tante Emmaladen als im staatlichen Kaufmarkt erledigen).
    Leider, aber, kamen die Reformen zu spät. Der ungarische Schuldenberg gegenüber dem Ausland wuchs 1982 auf mehr als 9 Milliarden US$; gleichzeitig schrumpften die Devisenreserven auf weniger als 0,5 Milliarden US$. Ungarn war praktisch zahlungsunfähig. In dieser Notlage wurde ein konsequentes Sparprogramm beschlossen: geplante Investitionen wurden gekürzt bzw. gestrichen, Preise erhöht und Importe beschränkt. Dieses Sparprogramm führte 1983-85 zwar zu einer gewissen wirtschaftlichen Konsolidierung, die vorhandenen Probleme konnte es aber nicht beseitigen sondern nur vorübergehend verdecken. Außerdem war es - wie bei Sparprogrammen üblich - vom sozialen Abstieg weiter Teile der Bevölkerung bzw. einer Verschlechterung des Lebensstandards begleitet.
    1986 erreichte das Haushaltsdefizit eine neue Rekordhöhe. Der Export brachte nicht die erhofften Devisen und infolge des Geldmangels mussten dringend notwendige Investitionen unterbleiben. Die Forderungen nach einer weiteren umfassanden Wirtschaftsreform wurden immer lauter, stieß allerdings auf hartnäckigen Widerstand seitens der alten politischen Elite. Erst nach Ablösung derselben Mitte 1988 wurde unter dem neuen Parteivorsitzenden Károly Grósz und dem neuen Regierungschef Miklós Németh eine neue Wirtschaftspolitik skizziert. Ausdrückliches Ziel war die Einführung einer sozialen Marktwirtschaft. Ihre Umsetzung konnte aber nur in Ansätzen verfolgt werden, weil sie von den politischen Ereignissen sehr schnell überholt wurde.
  • seit 1990
    # 1990 bis 1994

    Zum Zeitpunkt der politischen Wende 1989 hatte die ungarische Wirtschaft einen historischen Tiefpunkt erreicht. Die Verschuldung betrug ca. 20 Milliarden US$ und die Zins- und Tilgungsleistungen beanspruchten ca. 60% des Exporterlöses. Bruttoinlandsprodukt und Reallöhne waren rückläufig, die Inflation steigend und mit 17% hoch.
    Die oben erwähnten, von Grósz und Németh in die Wege geleiteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen betrafen im Wesentlichen den Abbau staatlicher Eingriffe in die Aktivitäten der Unternehmen sowie die Privatisierung staatlicher Unternehmen. Bereits 1989 wurden die gesetzlichen Grundlagen zur Umsetzung der Privatisierung geschaffen.
    Jedoch verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage Ungarns unter dem ersten frei gewählten Ministerpräsidenten József Antall weiter. Das Bruttoinlandsprodukt setzte seinen Negativtrend fort, die Inflation kletterte 1991 auf 35%, die Investitionen erreichten einen Tiefpunkt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der deutschen Wiedervereinigung verlohr Ungarn zwei wichtige Märkte und der Export brach ein. Gleichzeitig stieg der Import stieg.
    Ein wichtiger Grund des Übels war, dass die Antall-Regierung die Privatisierung zentralisierte. Damit schaffte sie ein neues staatsbürokratisches Machtzentrum, das der neuen politischen Machtelite Schlüsselpositionen in der Wirtschaft öffnete und den Weg für Korruption ebnete. Die Folgen waren, dass der Privatisierungsprozess nur schleppend vorankam; ausländische Investoren zogen sich zurück bzw. hielten sich bedeckt; die Produktion in Industrie und Landwirtschaft war ständig rückläufig.
    Das wirtschaftspolitische Vorgehen der Antall-Regierung führte zur Verarmung breiter Schichten der Bevölkerung. Ende 1993 lebten 36% unter dem Existenzminimum (1989: 12%).
    # 1994-1998
    Um einen drohenden Staatsbankrott abzuwehren, verabschiedete die sozialistische Regierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Gyula Horn im März 1995 das sog. Bokros-Paket, in erster Linie ein Austeritätspaket. Es beinhaltete u.a. eine schrittweise Abwertung der Landeswährung Forint (wegen des hohen Defizits in der Handelsbilanz) sowie Kürzungen bei den Sozialleistungen und Senkungen bei den Reallöhnen im öffentlichen Dienst. Außerdem wurde die Privatisierung wieder beschleunigt.
    Das Bokros-Paket führte einerseits zu einer weiteren Verschlechterung des Lebensstandards breiter Schichten der Bevölkerung; andererseits stabilisierte es die Staatsfinanzen und schaffte so die Grundlagen für wirtschaftliches Wachstum: zwischen 1997 und 2000 verzeichnete die ungarische Wirtschaft jährliche Wachstumsraten zwischen 4,2% und 5,2%.
    # 1998-2002
    Die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung unter Viktor Orbán baute zunächst weitgehend auf das Bokros-Paket der sozialistischen Vorgängerregierung. Die Wirtschaft wuchs bis 2000 weiter, Inflation, Arbeitslosigkeit und Haushaltssaldo entwickelten sich rückläufig. Gegen Ende der Regierungszeit verabschiedete sich das Orbán-Kabinett von seiner Austeritätspolitik und suchte ihre Wiederwahl mittels den Rahmen sprengender Staatsausgaben zu sichern, wobei Ungarn wirtschaftlich durch eine wachsende Staatsverschuldung wieder auf die abschüssige Bahn geriet.
    # 2002-2010
    Kennzeichnend für diese Periode ist die ausufernde Staatsverschuldung. Sie stieg von 53% auf 82% des Bruttoinlandsprodukts. Eingeleitet wurde die negative Entwicklung 2002 mit dem 100-Tage-Programm des neuen Kabinetts aus Sozialisten und Linksliberalen unter Péter Medgyessy. Es wurde unter dem Deckmantel beschlossen, alte gesellschaftliche Ungerechtigkeiten auszumerzen und umfasste massive Lohnerhöhungen im Staatsdienst sowie Erhöhungen bei den Sozialausgaben, darunter die Auszahlung einer 13. Monatsrente.
    Die auf Medgyessy folgende sozialistisch-liberale Regierung unter Ferenc Gyurcsány bemühte sich vergebens durch ein Sparprogramm die horrende Staatsverschuldung in Griff zu bekommen. 2009 musste er zurücktreten. Erst seinem Nachfolger, den von den Sozialisten gestützten Gordon Bajnai, gelang es mit Hilfe eines rigorosen Austeritätsprogramms, das Haushaltsdefizit zu stabilisieren und die Weichen für einen Weg aus der wirtschaftlichen Krise zu stellen.
    # Seit 2010
    Gleich nach ihrem Amtsantritt erklärte das neue Kabinett unter Viktor Orbán die drastische Senkung der Staatsverschuldung zum obersten wirtschaftspolitischen Ziel (Széll Kálmán Plan). Wie ernst sie es meint, zeigt einerseits, dass sie in dem neuen Grundgesetz eine Schuldenbremse eingeschrieben hat, andererseits ihr - aus demokratischer Sicht fragwürdiges - Bestreben, die Urheber für das horrende Niveau der Staatsverschuldung zur Verantwortung zu ziehen.
    Bis heute hat das Kabinett Orbán dieses Ziel verfehlt. Sie konnte zwar eine weitere Ausuferung der Staatsverschuldung verhindern, allerdings verharrt sie seit 2010 auf dem hohen Niveau von ca. 80% des Bruttoinlandprodukts.

    BIP - Bruttoinlandsprodukt

    Mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird der Wert der produzierten Waren und Dienstleistungen eines Landes gemessen. Das BIP wird in diesem Sinn gern als Indikator für die wirtschaftliche Lage in einer Volkswirtschaft gebraucht, ist aber als solcher nicht unumstritten. Es wird üblicherweise in drei Formen ausgedrückt:
  • Gesamt-BIP: bei der Berechnung wird die Gesamtbevölkerung eines Landes berücksichtigt. Zu berücksichtigen ist, ob der Wert in Marktpreisen oder in Kaufkraftstandards (KKS) ausgedrückt wird. Das BIP in KKS auszudrücken kann bei einem Ländervergleich angesagt sein, da es Unterschiede der Preisniveaus zwischen den Vergleichsländern ausschaltet.
  • BIP pro Kopf: dieser Wert erlaubt den Vergleich von Volkswirtschaften unabhängig von der Einwohneranzahl.
  • BIP pro Kopf in KKS-Index (d.h. relativ zum Durchschnitt der EU28 ausgedrück; der Durchschnitt wird hierbei = 100 gesetzt). Dieser Wert ist widerum vor allem bei einem Vergleich von Volkswirtschaften interessant, weil er Unterschiede der Preisniveaus ausgleicht und BIP-Mengenvergleiche relativiert: ist der Indexwert eines Landes über 100, dann hat dieses Land ein BIP pro Kopf über dem EU28-Durchschnitt und umgekehrt.

    Der Wert des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist in Ungarn seit 1960 kräftig gewachsen. Zwischen 2002 und 2008 stieg er, in den jeweiligen Marktpreisen, um 50% von 70 462 auf 105 532 Millionen EUR bzw. in Kaufkraftstandards - was die Unterschiede der Preisniveaus zwischen den Ländern ausschaltet - um 30%. Diese positive Entwicklung wurde 2009 mit einem dramatischem Einbruch jäh beendet. Seitdem geht es wieder langsam aufwärts und 2013 wurde ein BIP von 97 948 Millionen EUR erwirtschaftet (plus 7% im Vergleich zu 2009).
    Die folgende Grafik (Quelle: Eurostat) zeigt die Entwicklung des BIPs zu Marktpreisen (in Milliarden EUR) in Ungarn zwischen 2002 und 2013.

    Entwicklung des BIP in Ungarn

    Die nachfolgenden Diagramme zeigen die Entwicklung das BIP pro Kopf bzw. die BIP-Wachstumsrate.
    Entwicklung des BIP pro Kopf für Ungarn
    BIP-Wachstumsrate für Ungarn

    Beim Zustandekommen des ungarischen BIP hatten 2012 das Warenproduzierende Gewerbe mit 22,7% sowie Handel, Verkehr und Informationswesen mit 21,4% den Löwenanteil (siehe nachfolgendes Diagramm; Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt). Bedeutenden Anteil hatten auch der Immobilien- und Finanzsektor (13,3%), Staat und Verwaltung (11,67%) sowie Bildung und Wissenschaft (10,8%).
    BIP Ungarn nach Wirtschaftszweig
    Legende:
    1= Warenproduzierendes Gewerbe
    2= Land-/Forstwirtschaft; Fischerei
    3= Handel, Verkehr und Inormationswesen
    4= Baugewerbe
    5= Gesundheit und Soziales
    6= Bildung, Wissenschaft, Kultur
    7= Staat (gesetzliche Sozialversicherungen, Verteidigung, Administration) und Verwaltung
    8= Hotel und Gaststätten
    9= Immobilien und Finanzen
    10= Energie- und Abfallwirtschaft
    11= Bergbau
    12= Sonstige Serviceaktivitäten

    Wie steht Ungarn beim BIP im internationalen Vergleich da? Mit seinem BIP-Aufkommen von 97, 948 Milliarden EUR 2013 (siehe oben) lag Ungarn unter den Mitgliedstaaten der EU auf Rang 18. Aber, bei einem Ländervergleich kann es nützlich sein, einen Parameter zu nutzen, der nicht von den Einwohneranzahlen der Vergleichsländer beeinflusst wird und gleichzeitig die Kaufkraft der Währungen in den einzelnen Ländern berücksichtigt. Ein solcher Parameter ist das BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (KKS) umgerechnet. Das nachfolgende Diagramm (Quelle: Eurostat) zeigt den BIP pro Kopf als Index, d.h. relativ zum Durchschnitt der EU28, ausgedrückt. Das Diagramm ist so zu deuten, dass Länder mit einem Index von größer als 100 ein BIP pro Kopf über dem EU-Durchschnitt (und umgekehrt) haben.
    BIP pro Kopf 2013 in Ungarn und anderen Staaten

    Diesem Diagramm zufolge lag Ungarn was sein BIP betrifft deutlich unter dem EU28-Durchschnitt, auch deutlich unter der Leistung vieler ehemaliger Ostblockstaaten.

    Staatsverschuldung

    Damit ein Land an der Europäischen Wirtschaft- und Währungsunion teilnehmen kann, muss es bestimmte wirtschaftliche Kriterien (die EU-Konvergenzkriterien, auch als Maastricht-Kriterien bezeichnet) erfüllen, durch die die Stabilität der gemeinsamen Währung (EUR) gesichert werden soll. Zu einem dieser Kriterien zählt, dass die Staatschuldenquote (der Brutto-Schuldenstand des gesamten Staatssektors im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt) 60 % nicht überschreiten soll.
    Das nachfolgende Diagramm (Quelle: Eurostat) zeigt die Entwicklung der Staatsschuldenquote Ungarns von 2000 bis 2014. Im Jahr 2000 betrug die Quote 56%. Sie entwickelte in den folgenden Jahren einen dramatisch Anstieg auf 81% im Jahr 2010 und verharrt seither auf einem hohen Niveau um 80%. Das Diagramm belegt, dass das EU-Mitglied Ungarn gegenwärtig noch weit entfernt von einer Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist.
    Entwicklung der Staatsverschuldung in Ungarn

    Dass einerseits Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschaft- und Währungsunion die Stabilitätskriterien von 60% nicht und andererseits Staaten, die, wie Ungarn, dieser Union nicht angehören, erfüllen zeigt nachfolgendes Diagrammm (Quelle: Eurostat).
    Staatsverschuldung in Ungarn und anderen Staaten

    Neuverschuldung

    Auch für die Neuverschuldung (Haushaltssaldo) gelten EU-Konvergenzkriterien: die Neuverschuldung in Prozent des Brutto-BIP darf 3% nicht überschreiten.
    Das nachfolgende Diagramm (Quelle: Eurostat) zeigt die Entwicklung der Neuverschuldung in Ungarn. Ungarn hat demzufolge die Maastrich-Stabilitätskriterien was die Neuverschuldung betrifft seit 2011 erfüllt.
    Entwicklung der Neuverschuldung in Ungarn

    Im nachfolgenden Diagramm (Quelle: Eurostat) ist die Neuverschuldung Ungarns 2013 im Vergleich zu der einiger Länder des ehemaligen Ostblocks bzw. der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen dargestellt.
    Neuverschuldung 2013 in Ungarn und in anderen Staaten

    Der Arbeitsmarkt

    Entwicklung am Arbeitsmarkt in Ungarn
    Arbeitsmarkt 2013 in Ungarn und anderen Staaten

    Erwerbstätige

    Das nachfolgende Diagramm (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) zeigt die Entwicklung der Anzahl der Erwerbstätigen in Ungarn seit 1996. Die Quote ist (auch im internationalen Vergleich; siehe nachfolgend) niedrig, zeigt aber seit 2010 einen leichten Anstieg. Dieser dürfte aber weniger auf den freien Arbeitsmarkt zurückzuführen sein als auf die inzwischen mehr als 250 000 Personen, die den kommunalen Beschäftigungsprogrammen zwangsangeschlossen sind und dort für einen Hungerlohn, der deutlich unter der Armutsgrenze der OECD für Singlehaushalte liegt, schuften müssen.
    Entwicklung der Erwerbtätigenquote in Ungarn

    Die nachfolgenden Diagramme (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) zeigen die Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereich.
    Erwerbstätige in Ungarn 1998 nach Wirtschaftsbereich  Erwerbstätige in Ungarn 2013 nach Wirtschaftsbereich

    Legende
    1=Land-/Forstwirtschaft; Jagd und Fischerei
    2=Industrie
    3=Handel, Verkehr, Kommunikationswesen
    4=Hotel- und Gastronomie
    5=Dienstleistungen

    Das Diagramm von 1998 basiert auf die Daten von 3,697 Millionen, jenes von 2013 auf die Daten von 3,939 Millionen Erwerbstätigen.

    Erwerbstätigenquote
    Für den internationalen Vergleich ist die Erwerbstätigenquote (= die Anzahl der Erwerbstätigen geteilt mit der Gesamtbevölkerung derselben Alterklasse) geeignet, da sie Unterschiede in den Bevölkerungszahlen der Vergleichsländer ausschaltet. Im nachfolgenden Diagramm (Quelle: Eurostat) ist die Erwerbstätigenquote 2013 Ungarns im Vergleich zu drei Ländergruppen dargestellt:
  • den Zielländern dieses Internetauftritts
  • einigen der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen
  • einigen der ehemaligen Ostblockstaaten.
    Im Vergleich zu den ehemaligen Ostblockstaaten hat nur Kroatien eine niedrigere Quote; im Vergleich zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen schneiden Italien, Griechenland, Spanien und die Türkei deutlich schlechter ab.
    Erwerbstätigenquote 2013 in Ungarn und anderen Ländern

    Arbeitslose

    Vor dem Systemwechsel 1990 war, wie überall in den sozialistischen Ostblockstaaten, die Produktion zentralisiert, vom Staat geplant und kontrolliert. Diese sogenannte Planwirtschaft kannte keine Konkurrenz; produziert wurde daher nicht nach den Bedürfnissen des Markts. Der Schwerpunkt lag auf Quantität statt auf Qualität. Eine positive Folge dieser Wirtschaft war: es herrschte quasi Vollbeschäftigung. Mit dem Systemwechsel kam die Privatisierung. Und die Privaten mussten umdenken und ihre Produktion in erster Linie nach den Bedürfnissen des Markts ausrichten bzw. den Schwerpunkt eher auf Qualität statt Quantität ausrichten. Damit trat ein neues Phänomen in Ungarn, wie in den anderen Ostblockstaaten, in Erscheinung: Arbeitslosigkeit. Waren 1989 noch 0,5% als arbeitslos registriert, lag diese Quote 1991 bereits bei 2,9% und erreichte 1994 damals unfassbare 11,4%.
    Das nachfolgende Diagramm (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) zeigt die weitere Entwicklung der Arbeitslosenquote in Ungarn seit 1996. Die Arbeitslosenquote erlebte zwischen 2002 und 2010 einen dramatischen Anstieg und hat sich seither insgesamt leicht entspannt außer bei der Altergruppe bis 24 Jahre, wo sie weiter auf einem Niveau von über 25% verharrt (davon bei den 15- bis 19-Jährigen auf über 40%).
    Entwicklung der Arbeitslosenquote in Ungarn

    Legende
    1=1996
    2=1998
    3=2000
    4=2002
    5=2004
    6=2006
    7=2008
    8=2010
    9=2011
    10=2012
    11=2013

    Die nachfolgenden Grafiken (Quelle: Eurostat) zeigen die Arbeitslosenquote 2013 Ungarns im Vergleich zu Deutschland sowie den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen bzw. einigen der ehemaligen Ostblockstaaten.
    Arbeitslosenquote 2013 in Ungarn und in anderen Ländern
    Arbeitslosenquote bei Jugendlichen 2013 in Ungarn und in anderen Ländern
    Arbeitslosenquote bei Erwachsenen 2013 in Ungarn und in anderen Ländern

    Einkommen und Preise

    Einkommen

    Im nachfolgenden Diagramm (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) ist die Entwicklung des durchschnittlichen nominalen und realen Brutto- und Nettoeinkommens der Arbeitnehmer in Ungarn seit 1991 (kurz nach der Systemwende 1990) dargestellt. Das durchschnittliche nominale Bruttoeinkommen hat sich von 17 820 HUF im Jahre 1991 auf 230 664 HUF im Jahre 2013 erhöht; das entspricht einer Steigerung von 1194%. Das durchschnittliche nominale Nettoeinkommen stieg im gleichen Zeitraum von 12 884 HUF auf 151 085 HUF, einer Steigerung von 1073%. Die Reallöhne entwickelten sich brutto von 17 821 HUF auf 25724 HUF (44%) und netto von 12 884 HUF auf 16 849 HUF (31%). Seit 2005 sind die Reallöhne praktisch nicht mehr gewachsen.

    Lohnentwicklung in Ungarn

    Bei den Reallöhnen gab es zwischen 1997 und 2006 jährliche Wachstumsraten (siehe nachfolgendes Diagramm; Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt). Seit 2009 mussten die Lohnempfänger bei den Reallöhnen allerdings fast ausnahmslos jährliche Wenigereinnahmen verkraften.
    Lohnentwicklung in Ungarn

    Auch wenn sich das Bruttoeinkommen insgesamt positiv entwickelt hat, ist Ungarn zumindest aus Sicht westlicher Unternehmer weiter ein Billiglohnland. 2013 betrug der durchschnittliche monatliche Bruttolohn für Arbeitnehmer in Ungarn 230 664 HUF oder rund 825 EUR. Wie sich der Bruttolohn auf die verschiedenen Wirtschaftszweige verteilt ist in nachfolgendem Diagramm (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) dargestellt.
    Durchschnittliche Brutto-Monatslöhne nach Wirtschaftszweig

    Am meisten verdienten die Angestellten im Sektor Finanzen und Versicherungen (rund 470 000 HUF), Information und (Tele)kommunikation (rund 425 000 HUF) sowie in der Energiewirtschaft (rund 410 000 HUF). Am geringsten war das Einkommen im Hotel- und Gastronomiesektor (rund 145 000 HUF), Gesundheits- und Sozialbereich (rund 150 000 HUF), in der Land- und Forstwirtschaft (rund 170 000 HUF) sowie im Baugewerbe (rund 180 000 HUF).

    Preise

    Das folgende Diagramm (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) veranschaulicht die Entwicklung der Verbraucherpreise in Ungarn seit 1991 anhand einiger Preisindexe. Der Konsumentenpreisindex, als Maßstab der Gesamtkosten der Lebenserhaltung, ist im Zeitraum von 2001 bis 2013 von 100 auf rund 900 gestiegen. Überdurchschnittlich und dramatisch verteuert haben sich die Preise für Energie (auf einen Index von 1870; der Anstieg ist besonders kräftig seit 2005). Die Preise für Lebensmittel stiegen auf einen Index von 985 (auch hier war ein stärkerer Anstieg ab 2005 zu verzeichnen). Die Preise für Dienstleistungen sind besonders seit 1996 überdurchschnittlich auf einen Index von 1040 gestiegen.

    Preisentwicklung in Ungarn

    Legende
    KPI=Konsumentenpreisindex
    KPI (LM)=Konsumentenpreisindex für Lebensmittel
    KPI (E)= Konsumentenpreisindex für Energie (Gas, Heizöl, Strom)
    KPI (D)= Konsumentenpreisindex für Dienstleistungen

    Das folgende Diagramm (Quelle: Eurostat) zeigt die jährliche Inflationsrate in Ungarn seit 2002 im Vergleich zu den Zielländern dieses Internetauftritts. Die ungarische Inflationsrate bewegt sich bis 2012 auf einem deutlich höherem Niveau, verzeichnet aber 2013 einen plötzlichen Abfall in den Bereich Deutschlands und Österreichs.
    Inflationsraten in Ungarn und anderen Ländern

    Das folgende Diagramm (Quelle: Eurostat) zeigt die jährliche Inflationsrate in Ungarn seit 2002 im Vergleich zu den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen. Mit Ausnahme der Türkei, bewegte sich die ungarische Inflationsrate bis 2012 auf einem etwas höherem Niveau. 2013 kam es allerdings zu einem Angleich der Spiegel.
    Inflationsraten in Ungarn und anderen Ländern
    Wie im nachfolgenden Diagramm (Quelle: Eurostat) dargestellt, bewegt sich die Inflationsrate in Ungarn zwischen 2002 und 2012 auch im Vergleich zu ausgewählten Ländern der ehemaligen Ostblockstaaten auf einem etwas höherem Niveau. Auch hier erfolgte ein Ausgleich 2013.

    Preisniveau

    Um das Preisniveau des Endverbrauchs der privaten Haushalte in verschiedenen Ländern besser miteinander vergleichen zu können empfiehlt es sich, das Preisniveau als Verhältnis zwischen Kaufkraftparitäten und Devisenmarktkurs der einzelnen Länder zu berechnen. In den nachfolgenden Diagrammen (Quelle: Eurostat) ist dieses Verhältnis gegenüber dem EU28-Durchschnitt (EU28=100) angegeben.
    Preisniveau
    Vergleichende Preisniveaus
    Vergleichende Preisniveaus
    Vergleichende Preisniveaus

    Ausländische Investitionen

    Allein wegen der verhältnismäßig günstigen Löhne ist es nachvollziehbar, dass ausländische Firmen seit dem Systemwechsel in Ungarn investieren. Wie anhand der nachfolgenden Diagramme ersichtbar verzeichneten die ausländischen Investitionen zwischen 1998 und 2012 einen rascher Anstieg mit einem Wert von insgesamt rund 110 000 Milliarden HUF (rund 400 Milliarden EUR). Davon stammten rund 90 000 Milliarden HUF aus Europa (rund 80%) und davon widerum entfielen auf Deutschland allein gut 30 000 Milliarden HUF (rund 40%).

    Entwicklung der Investitionen in Ungarn
    Ausländische Investitionen in Ungarn

    Die wichtigsten deutschen Großinvestoren sind Audi in Györ (Fahrzeuge und Motoren) mit 3,3 Milliarden EUR, Mercedes-Benz in Kecskemét (Fahrzeuge) mit 800 Millionen EUR, GM/Opel in Szentgotthárd (Motoren) mit 500 Millionen EUR sowie Bosch, Allianz, Deutsche Telekom, RWE, SAP und ZF. Außerdem sind zahlreiche mittelständische deutsche Unternehmen in Ungarn tätig.

    Die Außenwirtschaft

    Die mit dem Systemwechsel 1990 verbundenen wirtschaftspolitischen Veränderungen von der staatlichen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft hin hatten zunächst, bedingt durch die Produktionsumstellung von Quantität auf Qualität und den Wegfall der alten Absatzmärkte in Form der ehemaligen sozialistischen Ostblockstaaten bzw. einer Umorientierung hin zu den westlichen Industrienationen für den ungarischen Export gravierende Folgen: zwischen 1989 und 1993 brach er um 20% ein (siehe nachfolgendes Diagramm; Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt). Seitdem hat sich der Export mit einem Anstieg von rund 500% zwischen 1993 und 2007 aber wieder kräftig entwickelt und zeigt seit 2009 auch eine positive Handelsbilanz (siehe Diagramm "Ungarns Außenhandel"; Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt).
    Entwicklung des ungarischen Exports
    Entwicklung des ungarischen Außenhandels

    Legende
    1=2001
    2=2003
    3=2005
    4=2007
    5=2009
    6=2010
    7=2011
    8=2012
    9=2013

    Den größten Anteil des ungarischen Imports und Exports wird von Maschinen, Fahrzeugen und elektrischen Geräten eingenommen (siehe nachfolgendes Diagramm; Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt). Beim Import folgen mineralische und chemische Erzeugnisse, Metallwaren sowie die Warengruppe Gummi, Kuststoffe, Leder, Pelze und Holz; beim Export ist die Reihenfolge chemische Erzeugnisse, die Gruppe Gummi, Kunststoffe, Leder, Pelze und Holz sowie tierische und pflanzliche Erzeugnisse.
    Ungarns Import 2013 nach Warengruppen
    Ungarns Export 2013 nach Warengruppen

    Legende
    1=Tierische und pflanzliche Erzeugnisse
    2=Nahrungs- und Genussmittel
    3=Mineralische Erzeugnisse
    4=Chemische Erzeugnisse
    5=Maschinen, Fahrzeuge, elektrische Geräte
    6=Rohstoffe, Papier- und Textilwaren
    7=Metallwaren
    8=Gummi, Kunststoffe, Leder, Pelze und Holz
    9=Medizinische und andere Messgeräte, Uhren
    10=Sonstige Waren

    Wie anhand des nachfolgendem Diagramms (Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) ersichtbar ist Deutschland der mit Abstand größte Handelspartner (als Land) Ungarns. 2013 erreichte der ungarische Welthandel einen Wert von 46 400 Millionen HUF; davon entfielen 33 750 Millionen HUF oder rund 73% auf die Länder der EU28 und davon wiederum 11 800 Millionen HUF (rund 35%) auf Deutschland.
    Im selben Jahr führte Ungarn Waren im Wert von 24 244 Millionen HUF aus, davon entfielen 18 721 Millionen auf EU28 (77,2%) und 6 265 Millionen HUF auf Deutschland (33,5% der Exporte in die EU28). Die Einfuhr betrug 22 154 Millionen HUF, davon 15 028 Millionen HUF aus der EU28 (67,8%) und 5 543 Millionen HUF (36,9% des Anteils der EU28) aus Deutschland. Ungarn erwirtschaftete insgesamt rund 2 100 Millionen HUF aus seinem Handel weltweit und verzeichnete dabei sowohl gegenüber der EU28 wie gegenüber Deutschland (!) eine positive Handelsbalanz.
    Die größten Handelspartner Ungarns 2013

    Wie im folgenden Diagramm dargestellt hat der ungarische Forint seit 2008 an Wert eingebüßt und zwar um rund 20 Prozent gegenüber dem EUR (von rund 250 nach 300 HUF) und rund 65 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken von rund 150 HUF nach 250 HUF).
    Entwicklung des Forint-Wechselkurses

    Energiewirtschaft

    2012 erzeugte Ungarn 10,5 Millionen Tonnen Rohöleinheiten an Primärenergie und verbrauchte insgesamt 23,6 Millionen Tonnen. Die größten Defizite resultierten bei Naturgas (6,5 Millionen Tonnen) und Rohöl/Mineralölerzeugnissen (4,9 Millionen Tonnen). Der Sektor Erneuerbare Energien verzeichnete mit knapp 0,3 Millionen Tonnen ein positives Saldo.
    Der staatliche Stromkonzern MVM betreibt nahe der Stadt Paks Ungarns einziges Kernkraftwerk. Mit einer Leistung von 1 860 MW deckte es 2012 45% des ungarischen Strombedarfs. Zwei weitere Kernreaktoren sind für 2023 geplant.
    Die nachfolgenden Diagramme (Quelle: Eurostat) veranschaulichen die Primärenergieerzeugung und den Gesamt-Primärenergieverbrauch Ungarns 2012 nach Energiequelle.
    Energieerzeugung 2012  Energieverbrauch 2012

    Tourismus

    Ungarn zählt zu den beliebtesten Reiseländern in Europa. Für das Land selbst ist der ausländische Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (siehe nachfolgende Diagramme; Quelle: Ungarisches Statistisches Zentralamt) . 2013 gaben ausländische Besucher (43,7 Millionen Personen) insgesamt rund 1270 Milliarden HUF (rund 4,5 Milliarden EUR) in Ungarn aus. Rund 80% der Besucher kamen aus der EU und davon widerum 20% aus Österreich und rund 8% aus Deutschland. Bei der Einnahmenseite stammten rund 65% von Besuchern aus der EU wovon widerum 14 % von Besuchern aus Österreich und 24% aus Deutschland.

    Ausländische Besucher in Ungarn  Ausländische Besucher in Ungarn
    Ausländische Besucher in Ungarn
    Ausländische Besucher in Ungarn

    Kaufkraft

    Ungarn ist auch was die Kaufkraft anbelangt ein attraktives Reiseland. Die nachfolgende Diagramme (Quelle: OECD) sollen das veranschaulichen. Sie sind wie folgt zu deuten: aus deutscher Sicht nehme man das Diagramm mit Index Deutschland 100). Ein Warenkorb aus Güter und/oder Dienstleistungen, der in Deutschland 100 EUR kostet, würde in beispielsweise Ungarn laut Diagramm im Mai 2013 nur 56 EUR kosten!

    Vergleichbare Preisniveaus 2013
    Vergleichbare Preisniveaus 2013
    Vergleichbare Preisniveaus 2013

    Quellen:
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  • Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  • Ungarisches Statistisches Zentralamt (auf Englisch)
  • Statistik Austria
  • Bundesamt für Statistik, Portal Statistik Schweiz
  • Eine kleine Geschichte Ungarns. Von Holger Fischer unter Mitarbeit von Konrad Gündisch. edition suhrkamp 2114, 1999.
  • Bertelsmann-Stiftung
  • Bibliothek der Friedrich-Ebert Stiftung

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    Aktualisiert am 01.08.2015