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Budapest

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Budapest zu Fuß erkunden

Budaer Seite - zwischen Margaretenbrücke und Freiheitsbrücke

Auf diesem rund 4 km langen Abschnitt befinden sich einige sehenswerte Denkmäler, Bäder, Bauten und Plätze. Von der Donaupromenade zwischen der Margaretenbrücke und dem Batthyány-Platz bietet sich außerdem ein beeindruckender Blick auf das ungarische Parlamentsgebäude.

Jozef Bem Platz (Bem Józef tér)

Wir beginnen unsere Wanderung am Budaer Kopf der Margaretenbrücke und gehen von dort in südliche Richtung auf der Donaupromenade bis zum Józef Bem-Platz, benannt nach dem polnischen General, der im Freiheitskrieg 1848/49 auf der Seite der Ungarn kämpfte. Am Denkmalsockel Worte des Freiheitskämpfers und Dichters Sándor Petöfi, der Bems Adjutant war.
Das Denkmal war über die Jahre immer wieder Schauplatz politischer Manifestationen, so zu Beispiel am Abend des Ungarnaufstands 1956.
Józef Bem-Platz
Józef Bem-Platz in Budapest

Das Königsbad (Király fürdö)

Von hier gehen wir weiter südwärts auf der parallel zur Donaupromende verlaufenden Fö utca (Hauptstraße). Wir kommen vorbei an der kleinen griechisch-katholischen Barockkirche St. Florian (1760) und am Király fürdö (Königsbad), einem historischen türkischem Bad aus dem 16. Jahrhundert. Es liegt etwas versteckt auf der rechten Straßenseite und sein Äußeres ist gar nicht einladend. Das Innere ist um so beeindruckender und ein Besuch von daher empfehlenswert.
Vom Király gehen wir zurück zur Donaupromenade und genießen den Blick auf das Ungarische Parlament auf der Pester Seite.

Blick auf das Ungarische Parlament von der Budaer Donaupromenade
Blick vom Budaer Donauufer auf das Ungarische Parlament

Alternativ gehen wir die Fö utca weiter bis zur Elisabethkirche (Mitte 18. Jahrhundert) auf der rechten Straßenseite mit ihrer wertvollen barocken Kanzel. Das Gotteshaus ist aber meist geschlossen und hat ansonsten vom Äußeren her wenig zu bieten.

Batthyány Platz (Batthyány tér)

Hier in etwa beginnt die sogenannte Wasserstadt (Víziváros). So heißt der schmale Streifen zwischen Donau und Burghügel, der sich im Süden bis zur Zitadelle erstreckt. Hier lebten im Mittelalter Händler, Handwerker und Fischer. Unter der Türkenbesatzung wurden hier türkische Bäder errichtet, die heute noch (bzw. wieder) in Betrieb sind und die hier gelegenen Kirchen als Moscheen genutzt.
Der frühere Marktplatz und heutige Batthyány-Platz wird auf seiner Südseite begrenzt durch die 1740 - 1742 errichtete, spätbarocke St. Annen-Kirche mit ihrer eleganten Doppelturm-Fassade. Im Inneren der Kirche (leider nur zeitweise - i.d.R. zu den Gottesdiensten - zugänglich) beeindruckt der ovale Kuppelraum und die qualitätsvolle Ausstattung.

St. Annen-Kirche: Fassade (li) und Innenraum (re)
St. Annen-Kirche in Budapest, Fassade   St. Annen-Kirche in Budapest, Innenraum

Links neben der Kirche steht das Denkmal von Lajos Graf Batthyány, dem am 6. Oktober 1849 von den Habsburgern hingerichteten Ministerpräsidenten der ungarischen Revolutionsregierung von 1848.
Sehenswert am Platz sind auch das Denkmal von Ferenc Kölcsey, dem Dichter der Ungarischen Nationalhymne, sowie der ehemalige Gasthof Weißes Kreuz und die Alte Markthalle.

Denkmal Graf Lajos Batthyány (li); Gasthof Weißes Kreuz (re)
Denkmal Graf Lajos Batthyány am Batthány-Platz in Budapest &nbsp Gasthof Weißes Kreuz am Batthyány-Platz in Budapest

Zwischen Batthyány-Platz und Clark Ádám-Platz

Südwärts, am kleinen Szilágy tér, erhebt sich die neugotische Kalvinistenkirche (1893-96) mit ihrem bunten Dach aus Zsolnay-Keramikziegeln und dem Denkmal an ihren Architekten Samu Pecz (1854-1922), dem Budapest weitere seiner neugotischen Bauten verdankt.

Neugotische Kalvinistenkirche
Neugotische Kalvinistenkirche in Budapest   Neugotische Kalvinistenkirche in Budapest, Innenraum


Denkmal Samu Pecz
Denkmal Samu Pecz in Budapest

Weiter südlich auf der Fö utca laufend erreichen wir den idyllischen Corvin-Platz (Corvin tér) mit dem reizvollen, einen Magyaren zur Zeit der Landnahme darstellenden, Ludwigsbrunnen (Lajos Kútja) und dem an der Nordseite gelegenen, eklektizistischen Budaer Konzertsaal (Budai Vigadó), der zwischen 1898 und 1900 von Kallina Mór und Aladár Árka errichtet wurde und in dem heute u.a. das Archiv der ungarischen Volksmusik untergebracht ist.

Budaer Vigadó, Fassade
Budaer Vigadó

Budaer Vigadó; Treppenhaus (li) und Wandrelief (re)
Budaer Vigadó, Treppenhaus  Budaer Vigadó, Wandrelief

Corvin tér, Ludwigsbrunnen
Budapest: Corvin tér, Ludwigsbrunnen

Den Norden des Platzes umrahmt eine kleine Anhöhe mit einem neobarocken Haus errichtet 1923-24 als Erweiterung einer hier 1881 erbauten einstöckigen Villa.

Corvin tér, neobarocke Villa
Neobarocke Villa am Corvin tér in Budapest

Den Süden begrenzt die im 16. Jahrhundert errichtete ehemalige Kapuzinerkirche. Sie wurde während der Türkenbesatzung als Moschee benutzt und 1854-56 im romantischen Stil verändert.

Kapuzinerkirche
Budapest: Kapuziner-Kirche von Süden   Budapest: Kapuziner-Kirche, Innenraum


Weiter südlich der Kapuzinerkirche, in der Fö utca 20, steht das ehemalige Kapisztory-Haus (1811) mit dem auffälligen zylindrischen Erker.

Kapisztory-Haus
Ehem. Kapisztory-Haus in Budapest

Adam Clark-Platz (Clark Ádám tér)

Der Clark Ádám tér wurde nach dem englischen Ingenieur benannt, der die Bauarbeiten zur Kettenbrücke (Lánchíd) leitete. Die Brücke wurde nach 10jähriger Bauzeit 1849 eingeweiht. Adam Clark entwarf 1853 auch den 350 Meter langen Tunnel durch den Burgberg mit seinem spätklassizistischem Portal.

Adam Clark-Platz: Auffahrt zur Kettenbrücke (li); Einfahrt zum Burgberg-Tunnel
Budapest: Clark Ádám tér mit Kettenbrücke  Tunnelportal am Clark Ádám tér in Budapest


An der Südseite des Platzes liegt die Plastik "Kilometerstein Null". Alle Entfernungsangaben von und nach Budapest beziehen sich genau auf diesen Punkt.

Kilometerstein "Null"
Kilometerstein Null am Clark Ádám tér in Budapest

Vom Adam Clark-Platz führen die Standseilbahn "Sikló" und die sogenannten "Königlichen Treppen" hinauf zum Burghügel.

Adam Clark-Platz: Standseilbahn Sikló (li); Wappen von Budapest (re)
Budapest: Standseilbahn Sikló  Clark Ádám tér in Budapest: Wappen von Budapest

Burggarten-Basar

Vom Clark Ádám tér gehen wir auf der Lánchíd utca in Richtung Gellértberg und erreichen nach wenigen Minuten den Miklós Ybl tér mit einer bombastischen Anlage unterhalb des Schlosses. Es ist der sog. Burggarten-Basar (ungarisch Várkert Bazár, erbaut 1875-83 im Stil der Neorenaissance nach den Plänen von Miklós Ybl (1814-91). Die Anlage beherbergte zunächst Geschäfte in ihren Bogengängen; später wurden darin auch Ateliers eingerichtet. Während des zweiten Weltkriegs wurden die Bauten schwer beschädigt und 1984 wurde die Anlage geschlossen.

Miklós Ybl Platz: Denkmal (li) und Burggarten-Basar (re)
Denkmal Miklós Ybl in Budapest   Budapest: Miklós Ybl tér mit Burggarten-Basar

2013 wurde mit finanzieller Unterstützung der EU die Renovierung begonnen. Die wiederhergestellte Anlage wurde am
29. August 2014 eröffnet. Sie steht unter Denkmalschutz und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Vom Burggarten-Basar führen zahlreiche Wanderwege sowie behindertengerechte Zugänge (wie Lifte und Rolltreppen) hinauf zum Schloss.

Burggarten-Basar
Budapest, Burggarten-Basar   Burggarten-Basar in Budapest

Stadtteil Tabán

Südlich vom Miklós Ybl tér liegt der Stadtteil Tabán. Einst siedelten hier Serben, später die Türken, die dem Stadtteil den Namen gaben. Nach dem Abzug der Türken entwickelte sich der Stadtteil zu einer Art Montmartre von Budapest. An der Wende zum 20. Jahrhundert brannte er größtenteils ab.

Tabán: Blick vom Miklós Ybl tér (li); Haus in der Döbrentei utca (re)
Stadtteil Tabán von Budapest: Blick vom Miklós Ybl tér   Stadtteil Tabán in Budapest: Haus in der Döbrentei utca

Vom Hirschenplatz (Szarvas tér) führen breite Treppen hinauf zum Burgpalast. Hier, in der Apród utca 1-3, liegt auch das Zopfstilhaus, in dem 1818 Ignaz Philipp Semmelweis, der berühmte Arzt und Entdecker des Kindbettfiebers, geboren wurde. Heute ist in dem Gebäude das Semmmelweis-Museum für Medizingeschichte untergebracht. Auch dieses Gebäude wurde renoviert.

Szarvas tér: Szarvas ház mit Aufgang zum Schloss (li); Semmelweis-Museum (re)
Budapest, Szarvas tér: Szarvas ház mit Aufgang zum Schloss   Budapest, Semmelweis-Museum

Vom Szarvas tér gelangen wir zur Pfarrkirche von Tabán (Tabáni Plébániatemplom), die leider meist geschlossen ist. Im Mittelalter stand hier eine Kirche; sie wurde während der Türkenbesatzung in eine Moschee umgewandelt und nach der Vertreibung der Türken zerstört. 1738-36 wurde an ihrer Stelle eine neue Kirche errichtet. 1881 wurde die Fassade erneuert und der Turm erhielt eine neobarocke Kuppel.

Pfarrkirche von Tabán
Pfarrkirche von Tabán in Budapest


Von der Tabáner Kirche sind es nur ein paar Schritte bis zum Döbrentei tér mit dem Denkmal der Kaiserin Elisabeth (Sisi) und wenige Schritte weiter südlich (Eingang von der Donauseite) das türkische Rudasbad.

Das Rudasbad (li); Elisabeth-Denkmal (re)
Das Rudas-Bad in Budapest  Denkmal der Kaiserin Elisabeth am Döbrentei Platz in Budapest

Elisabethbrücke (Erzsébet híd)

Am Südhang des Gellértberges erhebt sich das bronzene Denkmal des Heiligen Gellért. Der Legende zufolge haben die heidnischen Ungarn von hier aus den Missionar und Bischof Gellért in die Donau gestoßen. Die Schönheit des Denkmals wird durch seine Kolonnade und die dem Gellértberg entspringende Naturquelle hervorgehoben.

Blick vom Gellért-Denkmal auf Elisabethbrücke (li); Gellért-Denkmal (re)
Budapest: Blick vom Gellért-Denkmal auf die Elisabeth-Brücke   Gellért-Denkmal in Budapest

St. Gellért-Platz (Szent Gellért tér)

Der St. Gellért-Platz liegt am Budaer Ende der Freiheitsbrücke (Szabadság híd). Er wird vom Traditionshotel Gellért - dem wohl berühmtesten Hotel Budapests - mit dem Gellért Heilbad beherrscht, einem 1912 errichteten eleganten Jugendstilbau. Die Felsenkapelle (Sziklakápolna) wurde 1926 an einem kleinen Felsvorsprung gegenüber dem Hotel eingerichtet.

Das Gellért-Hotel am gleichnamigen Platz
Budapest: Das Hotel Gellért vom Budaer Kopf der Freiheitsbrücke aus   Budapest: Gellért-Hotel mit Blick auf den Gellértberg und die Freiheitsstatue

Felsenkapelle

Felsenkapelle, Eingang
Felsenkapelle am Gellért-Berg in Budapest

Felsenkapelle, innen
Felsenkapelle Budapest, innen   Budapest: Felsenkapelle, innen

Gellértberg

Nordwestlich vom Platz erhebt sich der 235 m hohe Gellértberg (Gellért hegy) mit der Freiheitsstatue (Szabadság szobor) und der Zitadelle.

Blick auf den Gellértberg vom Budaer Kopf der Freiheitsbrücke (li); Freiheitsstatue (re)
Budapest: Freiheitsbrücke Pester Seite mit Blick auf den Gellértberg   Freiheitsstatue in Budapest

Die 14 m hohe Freiheitsstatue - eine Frauengestalt mit einem Palmenzweig - wurde 1947 errichtet. Sie erinnert an die sowjetischen Soldaten, die bei der Befreiung Budapests von der Deutschen Wehrmacht ihr Leben ließen.
Die Zitadelle wurde 1851 von den Habsburgern erbaut.

Erreichbarkeit:
  • zu Fuß: über die Treppen hinter dem Gellért-Denkmal oder auf dem Fußweg von der Felsenkapelle am Gellért tér.
  • mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: mit den Straßenbahnlinien 18,19,41,47 oder 49 bis zum Móricz Zsigmond körtér und von dort mit Bus Nr. 27.

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    Aktualisiert am 19.06.2016