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Stätten der Geschichte und Kultur in Ungarn - Burgen & Schlösser
Das Schloss Esterháza in Fertöd
- Fertöd - Unterkunft
- Das Schloss
- Verkehrsanbindung
- Sehenswertes & Freizeit
Fertöd
Fertöd ist eine kleine Ortschaft (ca. 3400 Einwohner) im Norden der
Region
Westtransdanubien, rund 25 km östlich von Sopron.
Bekannt ist Fertöd für sein Rokoko-Schloss.
Schloss Esterháza: Ehrenhof
Unterkunft, Zimmer: Hotels, Pensionen, Apartments u.ä.
in Sopron (rund 20 km von Fertöd)
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Schloss Esterháza
Kurze Geschichte
Ungarns größtes und schönstes Schloss im Stil des Rokoko.
Kern der Anlage bildete das 1720 von Fürst József Esterházy
erbaute Jagdschloss Süttör. Das heutige Schloss ließ
dann Fürst Miklós Esterházy zwischen 1760 und 1767
nach dem Vorbild von Versailles errichten. Der Architekt ist bis heute
nicht gesichert. Der Generalplan wurde 1761/1762 vermutlich von Melchior
Hefele erstellt. Ihm gelang mit Schloss Esterháza das einzige
bedeutende Bauwerk des Rokoko in Ungarn.
Bei seiner Fertigstellung hatte das Schloss 126 Gemächer, eine Oper,
eine Eremitage, zwei Tempel (Diana und Venus gewidmet), ein chinesisches
Tanzhaus, ein Puppentheater sowie einen 250 ha großen Garten im französischen
Stil.
Seine Glanzzeit erlebte das Schloss zwischen 1768-1790. Die glanzvollen
Feste und das Musikleben genossen europaweit Ruhm. Als Hofkapellmeister
der Esterházy wirkte hier fast zwei Jahrzehnte lang - von 1769 bis
1790 - Joseph Haydn. Im Jahre 1773 besuchte Maria Theresia das Schloss.
Nach dem Tod 1790 von Fürst Miklós Esterházy löste sein Sohn Fürst
Anton die Prunkvolle Hofhaltung, das Orchester und das Opernensemble
auf und übersiedelte nach Eisenstadt. Schloss Esterházy versank in
einen Dornröschenschlaf: das Opernhaus, Theater, die Pavillons, Eremitage,
Gartenlaube und zahlreiche Nebengebäude wurden zerstört oder zu Wirtschaftszwecken
genutzt. Im 19. Jahrhundert diente der Palast als Stallung. Im zweiten
Weltkrieg wurde er stark beschädigt und als Krankenhaus genutzt. Um
1950 wurde mit den Restaurierungsarbeiten begonnen. Inzwischen erstrahlt
das Schloss in Teilen wieder in seiner alten Pracht. Die Restaurierungsarbeiten
sind aber noch nicht abgeschlossen.
Das Schloss wird jährlich von tausenden Touristen - 60.000 allein
aus dem Ausland - besucht. Es ist heute zu einem Musikzentrum herangewachsen.
Von Juni bis September werden wöchentlich im Schmucksaal klassische
Konzerte unter Mitwirkung bekannter Künstler aus dem In- und Ausland
aufgeführt.
Seit einigen Jahren werden auch zeitgetreu kostümierte Opern unter
dem Sammelbegriff Lustbarkeiten des Barocks in Ungarn aufgeführt.
Ein Feuerwerk wie einst schließt das Fest ab.
Beschreibung
Den von halbkreisförmigen Flügeln umschlossene Ehrenhof
betritt man durch ein kunstvolles Rokokotor.
Schloss Esterháza: Prunktor am Eingang zum Ehrenhof
Die Mitte des Ehrenhofes ziert ein Delphinbrunnen, die Schlossfassade
eine elegante Prunktreppe.
Schloss Esterháza: Fassade mit Prunktreppe und Delphinbrunnen (li) bzw. Fassade mit Prunktreppe (re)
Die prunkvollsten Räume, meist in Weiß-Gold gehalten und
mit Originalmöbeln und -öfen ausgestattet, liegen im Mittelteil.
Hier befinden sich der Chinesische und der Grüne Salon, das Maria-Theresia-Zimmer
sowie der Festsaal mit Deckenfresko und allegorischen Figuren der
vier Jahreszeiten (heute Musiksaal). Die anschließenden Räume
beherbergen das Joseph-Haydn Museum.
Spiegelsaal (li) und Haydn-Zimmer (re)

Rokoko-Zimmer
An der Gartenfront des Schlosses prangt das fürstliche Wappen der
Esterházy. Gegenüber vom Haupteingang zum Ehrenhof stehen Arkadengebäude
- die ehemaligen Grenadier-Häuser der Leibwache. Im Musikerhaus an
der Straße nach Fertöszéplak bewohnte Joseph Haydn von 1766 bis 1790
die Eckräume im Obergeschoss. Es ist heute Museum.
Fassade gegen Garten
Joseph Haydn Joseph Haydn (1732-1809) war von 1769 bis 1790 Hofkomponist von Fürst Miklós Esterházy. Mit der Hofkapelle folgte er dem Fürsten bei dessen Aufenthalt in seinen drei Schlössern in Wien, Eisenstadt und Fertöd.
Im Winter weilte der Fürst vorwiegend in Eisenstadt; die Sommermonate verbrachte er meistens in Fertöd. Hier, im Konzertsaal des Schlosses in Fertöd, wurde 1772 Haydns sog. Abschiedssymphonie uraufgeführt!
Verkehrsanbindung
Das Schloss liegt in Fertöd an der parallel zur Hauptstraße 85 verlaufenden Landesstraße zwischen Sopron und Fertöendröd und ist mit dem Auto über diese Straße gut erreichbar. Fährt man die Landeshauptstraße 85
und zweigt erst bei Fertöd davon ab, ist es u. U. etwas problematisch, das Schloss zu finden, da es nicht ausgeschildert ist (!).
Sehenswertes und Freizeitgestaltung in der Umgebung
Györ (ca. 55 km), eine der schönsten barocken Städte Ungarns.
Köszeg:
Malerisches, mittelalterliches Burgstädtchen an der österreichischen
Grenze (ca. 40 km). Burg, Bürgerhäuser und Kirchen aus der Zeit
der Gotik, Renaissance und dem Barock.
Sopron:
Denkmalgeschützte Altstadt mit prächtiger gotischer -
Sopron besitzt die meisten gotischen Baudenkmäler Ungarns -
und frühbarocker Bausubstanz (ca. 20 km). Ortsteil Bánfalva:
Gotische Dorfkirche Maria Magdalena im alten Friedhof. Im Inneren
Fresken aus dem 13. und 15. Jahrhundert.
Nagycenk
mit Széchenyi-Schloss und -Mausoleum sowie neoromanischer Pfarrkirche (ca. 10 km).
Fertöszéplak:
barocke Allerheiligenkirche mit Kalvarienberg, Burg Széchenyi und Freilichtmuseum.
(ca. 10 km).
Sopronhorpács:
Dorfkirche mit prächtigem Stufenportal (ca. 25 km).
Balf:
stimmungsvoller Kurort mit u.a. Badekapelle und Dorfkirche (ca. 12 km).
Hidegség:
romanisch-gotische Dorfkirche (7 km).
Szombathely:
Handels- und Industriestadt (ca. 60 km). Dom, Bischofspalais,
Ruinengarten mit Ruinen aus der Römerzeit, Museen, Shoppen.
Die Heil- und Freibäder in Bük
und Sárvár.
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Aktualisiert am 17.10.2016
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