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Transdanubien
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Als die ungarischen Stämme im 9. Jahrhundert von Nordosten her
über die Karpaten in das heutige Ungarn kamen und die Donau überquert
hatten, dann hatten sie das "Land auf der anderen Seite der Donau"
erreicht, d.h. latinisiert "Transdanubien", auf ungarisch
"Dunantúl". Transdanubien ist also das Gebiet in
Ungarn westlich der Donau. Es ist eine harmonische Landschaft
mit vertr�umten, alten D�rfern und dunklen Wäldern zwischen weichen
Hügeln mit ihren goldgelben Feldern, grünen Weiden und duftenden
Weinreben. Es ist auch eine historische Landschaft, das ehemalige
Pannonien der Römer, mit den ehemaligen römischen Provinzstädten
wie Savaria (das heutige Szombathely), Sopianae (das heutige Pécs)
und Gorsium (das heutige Tác). Und es ist, nicht zuletzt, die
Heimat des gr��ten Binnensees Mitteleuropas, des Plattensees, oder
wie die Ungarn sagen, des Balaton.
Landschaft
Das landschaftliche Merkmal Transdanubiens ist seine sanfte H�gellandschaft.
Es gibt mit wenig Ausnahmen - im Bakonygebirge n�rdlich des Plattensees
- keine schroffen Felsen und auch - mit Ausnahme der an �sterreich
und die Slowakei grenzenden Kleinen Tiefebene im Nordwesten Ungarns
- keine ausgedehnten Niederungen. Und mittendrin die Perle dieser
Landschaft, der Plattensee, das Ungarische Meer, der gr��te
Binnensee Mitteleuropas.
G�csej
Dieser s�dlich von Szombathely gelegene Landstrich umfasst einige
hundert Gemeinden und die Stadt Zalaegerszeg.
Es ist eine romantische, vielgestaltige Landschaft mit Buchenw�ldern,
Weinbergen, Hainen, Blumenwiesen, S�mpfen und verstreuten urt�mlichen
D�rfern. Die Bewohner sprechen auch heute noch eine eigene Mundart
und manche sind auch heute noch und Holz- und Knochenschnitzer.
�rs�g
Die Bewohner dieses Landstrichs im S�dwesten des Komitats Vas hatten
zu Zeiten der �rp�dendynastie die Aufgabe, die westliche Grenze Ungarns
gegen die Angriffe der deutschen Kaiser zu sch�tzen. Es ist eine wasserreiche
und waldige Gegend, mit eigener Flora und Fauna, heute Nationalpark.
Es ist auch die Heimat der Töpfer, der urigen D�rfer und eigenen
Glockenst�hle.
Mecsek
Die wichtigste Gebirgsgegend S�dtransdanubiens erstreckt sich n�rdlich
der Kulturhauptstadt P�cs. Sie beginnt in ihrem n�rdlichen Teil mit
sanften H��geln, ver�ndert sich nach S�den hin aber zu schroffen,
felsen�hnlichen Formationen. Hier liegen die drei h�chsten Gipfel,
der Zeng� (661 m), Tubes (611 m) und Jakab hegy (602 m). Das Gebirge
ist von zahllosen T�lern durchzogen und gro�en W�ldern bedeckt; zahlreiche
gepfelgte Pfade laden zu ausgedehnten Rad- und Fu�wanderungen ein.
Das Mecsekgebirge ist auch sehr reich an Wasserquellen. Die Seen bei
Orf� und Abaliget sind beliebt bei Anglern; in Abaliget
liegt eine 464 m lange Tropfsteinh�hle mit unterirdischen Wasserl�ufen.
Orm�ns�g
S�dlich von P�cs, an der Grenze zu Slowenien, liegt die Ormans�g.
Es ist eine wasserreiche, fr�her sumpfige Gegend mit einer, wegen
ihrer Angeschiedenheit, eigenen Volksgruppe, Volkskunst und Brauchtum.
Museal kann man noch die ehemals hier allgemein verbreiteten sogenannten
Sockelh�user bestaunen. Diese H�user haben ein Holzger�st;
ihr Fundament ist ein aus m�chtigen Balken gezimmerter, auf den Boden
aufgelegter Sockel.
Bei Hochwassergefahr verschob man das Haus einfach von seinem Platz
zu einer h�her gelegenen Stelle, indem man Rollen unter die Sockel
legte und Ochsen vor das Haus spannte.
Gemencer Wald
Der Gemencer
Wald erstreckt sich �stlich von Szeksz�rd. Er ist Teil des
Donau-Drau
Nationalparks und ist ein Wildpark mit Altwasserarmen und
Deichen, die Heimat des sch�nsten und edelsten Wildbestandes (Rotwild,
Wildschweine, Schwarzst�rche, Reiher, Spechte) in Ungarn. Durch den
Wald f�hrt auch eine Schmalspurbahn!
Plattensee - Balaton
Der Plattensee
ist f�r viele die Perle Transdanubiens. Die Ungarn nennen diese Perle
Balaton oder stolz Das Ungarische Meer.
In der Tat ist der Balaton der gr��te Binnensee Mitteleuropas und
gef�rchtet sind seine Wellen wenn es st�rmt. Krass gesehen ist der
Plattensee f�r Ungarn ein Wirtschaftsfaktor. Von Fr�hjahr bis Herbst
zieht er tausende von Bade- und Ferieng�sten auch aus dem Ausland
an seine Str�nde und Ferienorte. Dann bewahrt der See nur in den Morgen-
und Abendstunden sein wahres Antlitz. Tags�ber beherrscht eine ger�uschvolle,
bunte, bewegte, gesch�ftige Kulisse das Geschehen. Mann tut dem Balaton
aber unrecht, ihn als blo�en Wirtschaftsfaktor abzuspei�en. Bereits
die R�mer waren von seiner Sch�nheit gefesselt. Und jeder, der sich
uneingenommen dieser Sch�nheit �ffnet, wird sehenden Augens mit Wehmut
Abschied nehmen und wiederkommen.
Somogy
S�dlich vom Plattensee bis an die Grenze von Serbien erstreckt sich
das Komitat Somogy. Es ist mit ihren H�geln, Wiesen und W�ldern eine
au�erordentlich sch�ne Landschaft. Viele ungarische Maler, u.a. J�zsef
Rippl-R�nai, Gyula Rudnay, J�nos Vaszary, Mih�ly Zichy (Hofmaler der
Zaren in der zweiten H�lfte des 19. Jahrhunderts) und Aur�l Bern�th
haben diese Landschaft in ihren Werken verewigt.
Somogy war lange Zeit - und ist vereinzelt noch - die Heimat der Holzschnitzer.
Auch die Volkskunst und das Brauchtum werden geflegt. Museal zugänglich
sind sie in u.a. Buzs�k, Kar�d und Cs�k�ly.
Bak�ny
Das etwa 100 km lange und 30 bis 40 km breite Bakonygebirge erstreckt
sich n�rdlich des Plattensees. Es ist eine wildromantische und reich
bewaldete Gegend mit malerischen Felschluchten, k�hnen Wasserl�ufen,
urwald�hnlichen W�ldern, von Burgruinen gekr�nten Felsk�mmen und T�lern
mit urigen Ortschaften. Der Bakonywald ist auch ein ausgezeichnetes
Jagdgebiet vor allem auf Rotwild.
Einst waren es die Bety�ren, die den Bakony ber�hmt machten.
Es waren "Wegelagerer", Leute, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten
waren oder einfache Bauern, die sich vor gewaltsamer Rekruitierung
oder gutsherrlicher Willk�r in Sicherheit bringen wollten. Heute lebt
die Bety�renromantik nur noch in der Volksdichtung fort.
Kultur
Transdanubien ist die ehemalige r�mische Provinz Pannonien und war
auch das bevorzugte Siedlungsgebiet der landnehmenden Ungarn. Im 16.
bis 17. Jahrhundert war es von den T�rken besetzt.
Zahlreiche, gut erhaltene Baudenkm�ler zeugen von dieser Vergangenheit.
Transdanubien ist die vielleicht gr��te Kulturlandschaft Ungarns.
Zu den r�mischen Baudenkm�lern z�hlen u.a. das "Ungarische Pompej"
in T�c-Gorsium, das
Aquincum in Budapest sowie der Ruinengarten in
Szombathely.
Baudenkm�ler / Ruinen aus der �rp�denzeit bzw. der Zeit vor der Landnahme
kann man in u.a. P�cs (die Grabkammern sind UNESCO Weltkulturerbe),
Sz�kesfeh�rv�r,
Zalav�r und D�rgicse besichtigen.
Bedeutende romanische Baudenkm�ler stehen in J�k,
L�b�ny,
Csempeszkop�cs,
Egregy,
M�nfa,
Zs�mb�k
und Velem�r.
Transdanubien ist reich an Burgen, die meisten gut erhalten, wie in
K�szeg,
S�meg,
Csesznek, Nagyv�zsony,
Simontornya,
Szigetv�r und
Sikl�s.
Von der glanzvollen adeligen Vergangenheit erz�hlen seine Schl�sser
und Burgschl�sser in u.a. Fert�d, D�g,
S�rv�r, Martonv�s�r,
Keszthely, P�pa, Nagycenk,
Tata und Visegr�d;
von der glanzvollen klerikalen Vergangenheit die Kl�ster und Abteien in u.a. Pannonhalma (z�hlt zum
UNESCO Weltkulturerbe),
Tihany, Zirc und
Szentgotth�rd. In
Esztergom thront majest�tisch auf einem H�gel an der Donau das gr��te Gotteshaus Ungarns.
Mittelalterliche Perlen sind die Kleinst�dte von Sopron und
K�szeg.
Wer sich im Barock zu Hause f�hlt, der wird einen Besuch von Gy�r,
Sz�kesfeh�rv�r, der Altstadt von
Veszprém und Szentendre n�rdlich
von Budapest nicht bereuen.
P�cs, die Kulturhauptstadt der UNESCO 2010, mit seinem mediterranen
Flair, seinen zahlreichen Denkm�lern, Museen und seiner Architektur ist die sch�nste Stadt nicht nur S�d-Transdanubiens, ja vielleicht ganz Transdanubiens,
und nach Budapest die zweite ungarische Kulturadresse.
Denkm�ler aus der Zeit der T�rkenbesatzung findet man in u.a. Moh�cs
(wo das Trauma begann), P�cs und
Szigetv�r.
Transdanubien ist auch das Land der Thermalwasserquellen. In H�viz
am westlichen Plattensee z.B. liegt der gr��te nat�rliche Thermalwassersee
Europas, und im ganzen Landesteil quillt das hei�e Wasser aus der
Erde und speist zahlreiche Thermal- und Heilb�der, die bekanntesten
darunter B�k, S�rv�r,
Szentgotth�rd,
Lenti und Kehidakust�ny.
Aber zur Kulturlandschaft z�hlt auch die Landwirtschaft. Und hier
ist vor allem zu erw�hnen der Weinbau, der in Transdanubien
in 15 Regionen (das sind rund 2/3 aller Weinregionen Ungarns!) professionell
betrieben wird:
Die Region um Sopron: sie ist die Heimat des roten Blaufr�nkisch.
Die 4 Regionen um den Plattensee, z.B. Badacsony: hier werden in erster Linie Wei�weine produziert.
Die Region Zala / Balatonmell�ke (westlich vom Plattensee): hier
wird �berwiegend die wei�e Sorte Welschriesling angebaut.
Die Region Pannonhalma: hier werden �berwiegend wei�e Sorten angebaut.
Die Region �sz�r-Neszm�ly: �berwiegend leichte, frishce und säurereiche
Weißweine.
Die Region Soml�: die Heimat des legend�ren Soml�er Jufarks,
eines Wei�weins.
Die Region M�r, die Heimat des M�rer Tausenguts, der (auch) zu
einem S��wein ausgebaut wird.
Die Region Etyek-Buda: angebaut werden vor allem wei�e Sorten.
Die Region Szeksz�rd: eine der ber�hmtesten Weinregionen Ungarns
mit �berwiegend roten Sorten.
Die Region Vill�ny-Sikl�s: die neben Tokaj ber�hmteste Weinregion
Ungarns mit roten Bordeaux-ähnlichen (Vill�ny) und wei�en (Sikl�s)
Weinen.
Die Region Tolna: �berwiegend wei�e Sorten.
Die Region P�cs-Mecsekalja: schwere, s��e Wei�weine.
Aber Transdanubien ist auch ein Obstgarten. Am Plattensee gedeihen
Pfirsiche, Mandeln und Lavendel; in der Region um P�cs herum reifen
sogar Feigen.
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